Die Gründung der FREQUENTIS

Die Gründung der Firma FREQUENTIS selbst geht auf das Jahr 1947 zurück. Hier in diesem Zusammenhang möchte ich nicht so weit in die Vergangenheit zurück gehen, sondern jenen Zeitpunkt betrachten, wo die heutige FREQUENTIS ihren Ausgangspunkt hatte. Das war als Hannes Bardach als Assistant auf der TU-Wien gefragt wurde, ob er die Sprachvermittlungssysteme der FREQUENTIS nicht mit Microprozessoren ausrüsten könnte.

1979 wurde daraus ein kleines Ingenieurbüro, die Firma CDS und damit wurde der Weg für den heutigen Technologieführer am Weltmarkt der Sprachvermittlungssysteme für die Flugsicherung begonnen. In den 80er Jahren wurde das System entwickelt, österreichweit vermarktet und der Schritt nach Deutschland gesetzt. Danach begann der internationale Export nach Europa und in die ganze Welt.

Die FREQUENTIS heute wird ca. öS 1 Mrd. Umsatz im Jahr 1999 machen und hat derzeit rund 380 Mitarbeiter.

 

Die Chancen

Es war eine interessante Herausforderung für Hannes Bardach und das Team aus Studenten der TU-Wien, ein Sprachvermittlungssystem zu bauen, das es weltweit noch nicht gab. Die Chance entwickelte sich aus der Kreativität und den Ideen mit dem Know-how aus der Nachrichtentechnik und Informatik. Diese Kreativität in unserem Geschäftsführer Hannes Bardach personifiziert, ist auch heute noch der Motor für die Innovation im Unternehmen und hat uns weltweit einen Vorsprung gesichert.

Es war auch eine Kombination aus den Erfahrungen der Techniker bei FREQUENTIS mit dem Markt, dem Kunden, den Anforderungen und dem jungen dynamischen Team von der Universität, das gemeinsam dann die universtären Ergebnisse industrialisierte.

Die Chance wurde auch deshalb wahrgenommen, da sich die Mitarbeiter in der Gründungsphase sehr mit dem Unternehmen identifiziert haben. Das ist nicht nur für den Gründer und Inhaber des Unternehmens, sondern auch für sehr viele seiner damaligen Mitarbeiter bis heute geblieben. Diese Engagement setzt natürlich auch einen hohen Einsatz für das Unternehmen voraus.

Nicht vergessen sollte man in diesem Zusammenhang aber auch den Mut, der dazu gehört, neue Ideen zu verwirklichen, an Partner heranzutragen und umzusetzen.

 

Die Risken

Eines der Hauptrisken für ein junges Unternehmen ist die Frage, wie verschaffe ich mir Zugang zum Markt. Das heißt im Klartext, wie verkaufe ich meine Ideen, meine Produkte oder meine Dienstleistungen am Markt.

Natürlich ist es auch schwierig, als Newcomer auf dem Markt, insbesondere im High Tech-Bereich, akzeptiert zu werden. Ich erinnere mich noch ganz genau an die Zeitpunkte, wo wir mit Siemens für die Deutsche Flugsicherung zusammen gearbeitet haben und die große Frage war, können die das in Wien überhaupt? Damals mußten wir uns einer Reihe von Gutachtern aus Deutschland stellen, die wir letzlich überzeugen konnten.

Außerdem ist es oft sehr wichtig, eine kleine, zumindest kritische Größe erreicht zu haben. Einzelpersonen oder kleine Unternehmen mit 2 bis 3 Mitarbeitern tun sich hier oft besonders schwer.

Im Vordergrund steht für Techniker natürlich immer die Frage der Entwicklung. Wie das ganze finanziert werden kann und soll, ist meistens in den Hintergrund gedrängt, wird aber zur Überlebensfrage.

Eine interessante Erfahrung haben wir in der FREQUENTIS auch gemacht, wir haben am Beginn unseres Weges immer mit Partnern zusammengearbeitet. Partner, die meistens Großkonzerne waren. Nicht nur einmal ist einer dieser Manager von den großen Partnern an die Lösung des Problems so herangegangen, daß er einfach das Statement tat " . . . die FREQUENTIS, die kaufen wir einfach". Dieses Schlucken von guten Ideen und Kreativität durch etablierte Unternehmen ist sicher eine große Bedrohung.

 

Zusammenfassung

Die Gründung von Unternehmen ist sicher eine Herausforderung, die sehr viele Risken birgt. Am Beispiel FREQUENTIS kann man aber sehr gut darstellen, daß es möglich ist, die Chancen zu ergreifen. Die Chancen sind ungleich größer in einer kreativen Umgebung, wie es ein junges Unternehmen darstellen kann. So ein junges Unternehmen wurde innerhalb von ca. 10 bis 15 Jahren zum Marktführer in Europa und zum Technologieführer in der Welt. Ein besseres Beispiel zur Ermunterung von potentiellen neuen Unternehmen kann es wohl kaum mehr geben.