UNIUN - UniversitätsabsolventInnen und Studierende
entwickeln Unternehmen

Markt- und Beschäftigungsanalyse
L&R SOZIALFORSCHUNG / social research
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  Ferdinand Lechner + Lukas Mitterauer + Walter Reiter + Andreas Riesenfelder Wien, 31.3.1999

Inhalt

1 Einleitung und methodisches Vorgehen

2 Die Beschäftigung von AkademikerInnen

2.1 Entwicklung der Beschäftigung

2.2 AkademikerInnenarbeitslosigkeit

2.3 Prognosen zum AkademikerInnenarbeitsmarkt

3 Basisdaten zur Selbständigkeit

3.1 Der europäische Kontext

3.2 Selbständige AkademikerInnen

4 Unternehmensfelder für AkademikerInnen

5 Unternehmensfelder Sozialbereich

5.1 Gesellschaftlicher Hintergrund für die Herausbildung neuer Beschäftigungsoptionen

5.2 Konkrete berufliche Optionen

5.3 Übergreifende Qualifikationsanforderungen

5.4 Resumée

6 Unternehmensfelder Geld- und Wirtschaftsdienste

6.1 Die Branchenentwicklung als Hintergrund für die Herausbildung neuer Beschäftigungsoptionen

6.2 Konkrete berufliche Optionen und Qualifikationsanforderungen

6.2.1 Wirtschaftsdienste

6.2.2 Geldanlage

6.3 Übergreifende Qualifikationsanforderungen

6.4 Zugangskanäle

6.5 Anforderungen an Universitäten

6.6 Resumée

7 Unternehmensfelder IuK-Bereich

7.1 Die Branchen- und Beschäftigungsentwicklung im IuK-Bereich

7.2 Konkrete berufliche Optionen und Qualifikationsanforderungen

7.2.1 Multimedia-Unternehmen

7.2.2 IuK-Systeme/Beratung

7.2.3 IuK-Systeme/Technik

7.2.4 Informationsvermittlung

7.3 Fachübergreifende Qualifikationsanforderungen

7.4 Resümée

8 Literatur




  • 1. Einleitung und methodisches Vorgehen
  • UNIUN (UniversitätsabsolventInnen und Studierende entwickeln Unternehmen) ist ein ESF-Artikel6-Projekt, das an den Standorten Berlin, Frankfurt und Wien durchgeführt wird. Ziele des Projektes sind

    Zur Realisierung dieses Projektes finden umfangreiche Qualifizierungsseminare und persönlichkeitsfördernde Maßnahmen statt. Der Wiener Projektteil sieht zur Vorbereitung dieser Module die Erstellung einer Markt- und Beschäftigungsanalyse sowie die Erarbeitung einer Potentialanalyse vor.

    In der vorliegenden Markt- und Beschäftigungsanalyse wird der österreichische Arbeits- und Beschäftigungsmarkt für Akademiker analysiert, mögliche Expansionsfelder lokalisiert und diese für die Maßnahme nutzbar aufbereitet. Die Markt- und Beschäftigungsanalyse dient als Input für die UNIUN-Module "Ideenwerkstatt" und "Coaching" für den Wiener Projektteil.

    Für die Erstellung der Analyse wurde in einem ersten Schritt, die Beschäftigungssituation von AkademikerInnen detailliert erhoben (Kapitel 2). Hierzu wurde einerseits die existierende Literatur zu diesem Thema aufbereitet, andererseits wurden Interviews mit ArbeitsmarktexpertInnen, ExpertInnen der Interessensvertretungen wie Industriellenvereinigung und Bundeswirtschaftskammer, sowie Interviews mit VertreterInnen der Arbeitsmarktverwaltung geführt.

    Auf der Basis dieser Analyse konnten in einem zweiten Schritt Unternehmensfelder für AkademikerInnen lokalisiert werden, die als besonders zukunftsträchtig erachtet werden können. Methodisch kam bei diesem Berichtsteil ein zweistufiges Verfahren zum Einsatz. Vorerst wurden Arbeitsmarkt- und WirtschaftsexpertInnen nach ihrer generellen Einschätzung von Unternehmenspotentialen befragt. Aufgrund dieser Grobsondierung könnten vor allem in den Bereichen "wirtschaftsnahe Dienste", "Sozialdienste" und "IuK-Medien" zukunftsträchtige Unternehmensideen durch AkademikerInnen realisiert werden. Danach wurden zu jedem dieser drei Bereiche ExpertInnenbefragungen durchgeführt. Die ExpertInnen sollten nicht nur detailliert zu den einzelnen Unternehmensbereichen ihre Einschätzungen abgeben, sondern auch die Voraussetzungen formulieren, die notwendig sind um im jeweiligen Feld reüssieren zu können. Insgesamt gaben rund 40 ExpertInnen ihre Meinung zu dem Thema ab.

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  • 2. Die Beschäftigung von AkademikerInnen


  • 2.1 Entwicklung der Beschäftigung
  • Die Beschäftigungsentwicklung bei den AkademikerInnen hat sich in den letzten drei Jahrzehnten deutlich verändert. Einen starken Einfluß hatte die in den siebziger Jahren eingeleitete Hochschulexpansion, die zu einer nachhaltigen Erhöhung der AkademikerInnenquote an der Gesamtzahl der Beschäftigten führte. 1970 waren rund 3 Millionen Personen in Österreich berufstätig. Bis zum Jahr 1995 stieg diese Zahl um 300.000 Personen auf 3,3 Millionen Personen an, was einer Veränderung von 10% entspricht. Im selben Zeitraum erhöhte sich die Zahl berufstätiger AkademikerInnen von 94.000 auf rund 200.000 Personen. Dies bedeutet eine Steigerung von 111%. Da die Gesamtbeschäftigung weniger Zuwächse als die AkademikerInnenbeschäftigung zu verzeichnen hatte, stieg die Akademisierungsquote an den Berufstätigen in diesem Zeitraum von 3,1% auf 5,8%.

    Tabelle 1: Entwicklung der Berufstätigen

     

    1970

    1995

    Veränderung

    Gesamtbeschäftigung

    3 Mio

    3,3 Mio.

    10%

    AkademikerInnen

    94.000

    200.000

    111%

    AkademikerInnenanteil

    3,1%

    5,8%

    2,7%

    Ak.-Anteil weiblich

     

    4,6%

     

    Ak.-Anteil männlich

     

    6,7%

     

    Ak.-Anteil
    (incl. Hochschulverwandter A.)

    4,2%

    7,7%

    3,5%

    Ak.-Anteil weiblich

     

    7,9%

     

    Ak.-Anteil männlich

     

    7,6%

     

    Quelle: ÖSTAT, Biffl (1997), eigene Berechnungen

    Deutliche Unterschiede in der AkademikerInnenquote zeigt die Auswertung nach Geschlecht. Während bei den Männern 6,7% der Berufstätigen einen Universitäts- oder Hochschulabschluß aufweisen, beträgt der Anteil bei den Frauen nur 4,6%. Bezieht man jedoch die hochschulverwandten Einrichtungen (z.B.: PÄDAK) in die Berechnungen ein, ist der Anteil von Personen mit einem postsekundären Abschluß bei den weiblichen Berufstätigen höher als bei den Männern. Gesamt stieg der Anteil an Personen mit postsekundären Abschlüssen von 4,2% im Jahre 1970 auf 7,7% im Jahre 1995. Bei den weiblichen Berufstätigen ist sogar ein Anteil von 7,9% gegenüber 7,6% bei den Männern zu verzeichnen.

    Tabelle 2: AkademikerInnenbeschäftigung nach Fachrichtung

    Fachrichtung

    Anzahl 1971

    Anzahl 1994

    %-weiblich (94)

    Veränderung

    Jus, SOWI, WIWI

    23.000

    60.000

    27%

    158%

    Medizin, Pharmazie

    18.000

    33.000

    39%

    83%

    Technik, NAWI

    20.000

    45.000

    18%

    128%

    BOKU, VetMed

    5.000

    7.000

    17%

    59%

    GEWI, Kunst

    29.000

    50.000

    49%

    73%

    PädAk, LBA

    33.000

    63.000

    71%

    91%

    Quelle: ÖSTAT, Biffl (1997), eigene Berechnungen

    Die Analyse nach Studienrichtungen zeigt, daß die Hochschulexpansion in den einzelnen Fächern sehr unterschiedlichen Niederschlag fand. Den stärksten Zuwachs hatten die Rechtswissenschaften sowie die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zu verzeichnen. Gab es bei dieser AbsolventInnengruppe 1971 erst 23.000 Berufstätige, konnten 1994 rund 60.000 Personen aus diesen Studienrichtungsgruppen gezählt werden. Dies entspricht einem Zuwachs von 158%. Ebenfalls deutlich überdurchschnittlich waren die Zuwächse in den technisch-naturwissenschaftlichen Studienrichtungen (+128%). 20.000 Berufstätigen im Jahr 1971 stehen 45.000 im Jahr 1994 gegenüber.

    Bereits deutlich geringer sind die Steigerungsquoten bei den Pädagogischen Akademien und den Lehrerbildenden Anstalten (+91%) Waren hier im Jahre 1971 rund 33.000 Personen berufstätig, stieg ihre Zahl bis 1994 auf 63.000 an. 1971 wurden 18.000 berufstätige MedizinerInnen und PharmazeutInnen gezählt, 1994 waren es bereits 33.000 und somit um 83% mehr. In den geisteswissenschaftlichen und künstlerischen Studien erhöhte sich die Zahl von 29.000 auf 50.000 berufstätigen Personen. Dies entspricht einem Zuwachs von 71%. Den geringsten Anstieg hatten die Studienrichtungen an der Universität für Bodenkultur und der Veterinärmedizinischen Universität zu verzeichnen. Die 5.000 Berufstätigen dieser Studienrichtungen im Jahr 1971 wurde um lediglich 59% auf 7.000 erhöht.

    Zwischen den einzelnen Studienrichtungsgruppen zeigt sich nicht nur eine sehr unterschiedliche Entwicklungsdynamik, sondern auch deutliche Abweichungen im Frauenanteil an den Berufstätigen. Traditionell gering ist die Frauenquote in den technisch-naturwissenschaftlichen Studienrichtungen (18%), den Studienrichtungen der Universität für Bodenkultur und der Veterinärmedizinischen Universität (17%). Ebenfalls deutlich unter dem Durchschnitt liegen die rechts-, sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Studienrichtungen (27%) sowie die Studienrichtungen Medizin und Pharmazie (39%). Demgegenüber zeichnen sich die Pädagogischen Akademien und die Lehrerbildenden Schulen durch sehr hohe Frauenanteile aus (71%). Relativ ausgeglichen ist das Geschlechterverhältnis lediglich bei den Berufstätigen, die ein geisteswissenschaftliches oder künstlerisches Studium abgeschlossen haben. Der Frauenanteil beträgt hier 49%.

    Eine wesentliche Frage - insbesondere für die Einschätzung der künftigen Entwicklung der AkademikerInnenbeschäftigung - ist die Verteilung der Berufstätigen auf die einzelnen Wirtschaftssektoren. Im Primärsektor, der landwirtschaftlichen Produktion, waren 1971 nur 0,1% der Berufstätigen akademisch gebildet. Wenn auch in Teilbereichen von einer Akademisierung der Landwirtschaft gesprochen werden kann, ist der AkademikerInnenanteil in diesem Segment nach wie vor äußerst gering (0,6%). Eine etwas höhere AkademikerInnenquote weist der Sekundärsektor oder Produktionssektor auf. Waren hier im Jahre 1971 1,5% der Berufstätigen AbsolventInnen einer Universität oder Hochschule, stieg dieser Wert bis zum Jahr 1991 auf 2,0% an. Den mit Abstand höchsten AkademikerInnenanteil findet man im Tertiär- oder Dienstleistungssektor. Hier stieg auch die Akademikerquote am deutlichsten von 5,5% im Jahr 1971 auf 7,8% im Jahr 1991.

    Tabelle 3: AkademikerInnenquoten nach Wirtschaftssektor

    Wirtschaftssektor

    1971

    1991

    Primärsektor (Landwirtschaft)

    0,1%

    0,6%

    Sekundärsektor (Produktion)

    1,5%

    2,0%

    Tertiärsektor (Dienstleistungen)

    5,5%

    7,8%

    Quelle: ÖSTAT, Biffl (1997), eigene Berechnungen.

    Im Primär- und Sekundärsektor sind die Beschäftigtenzahlen rückläufig. Der geringe AkademikerInnenanteil in diesen Bereichen läßt jedoch vermuten, daß dieser fortschreitende Strukturwandel nur wenig Einfluß auf die AkademikerInnenbeschäftigung hat. Anders verhält es sich im Dienstleistungssektor, in dem aus arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten unterschiedliche Tendenzen festzustellen sind. Im primären Dienstleistungssektor, der die Bereiche Verkauf, Handel und Versand subsummiert, sind die Beschäftigtenzahlen ebenfalls rückläufig. Umgekehrt verhält es sich im sekundären Dienstleistungssektor, wo ein deutlicher Anstieg an Beschäftigung festzustellen ist. Zum sekundären Dienstleistungssektor werden Pflege, Erziehung, Lehre, Management, Forschung und Entwicklung gezählt. Betrachtet man die für AkademikerInnen wichtigsten Wirtschaftsklassen, zeigt sich, daß ein Großteil im sekundären Dienstleistungssektor beschäftigt ist. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, daß AkademikerInnen künftig gute Berufsaussichten haben werden.

    Tabelle 4: AkademikerInnen im Dienstleistungssektor

    Sektor

    % der AkademikerInnen

    öffentlicher Sektor

    53%

    Hoheitsverwaltung

    25%

    Gesundheitswesen

    8%

    Unterrichtswesen

    20%

    unternehmensorientierte Dienstleistungen

    22%

    Rechts- und Wirtschaftsdienste

    17%

    Banken- und Versicherungssektor

    5%

    Handel

    7%

    Quelle: ÖSTAT, Biffl (1997)

    53% der AkademikerInnen sind im öffentlichen Sektor zu finden. Bezieht man den nichtuniversitären Postsekundarbereich in die Berechnungen ein, steigt dieser Anteil sogar auf 59%. Gerade die Beschäftigungsaussichten im öffentlichen Sektor sind in den letzten Jahren wegen des Aufnahmestopps deutlich zurückgegangen. Nur für einzelne Bereiche des öffentlichen Dienstes können mittel- bis langfristig positive Prognosen abgegeben werden. Eher geringe Aufnahmekapazitäten wird die Hoheitsverwaltung ausweisen, wo 25% der AkademikerInnen beschäftigt sind. Vor allem die Forderungen nach einem schlanken Staat und einer Reduktion der Bürokratie lassen keine größeren Beschäftigungspotentiale erwarten. Auch das Gesundheitswesen, in dem 8% der berufstätigen AkademikerInnen zu finden sind, ist mit der Forderung nach Einsparungen konfrontiert. Trotzdem wird die demographische Entwicklung (gesteigerte Lebenserwartung) dazu führen, daß mittel- und langfristig hier der Bedarf stark steigt. JedeR fünfte AkademikerIn ist im Unterrichtswesen beschäftigt. In diesem Sektor, vor allem in einzelnen Unterrichtsfächern der höheren Schulen, ist die Situation seit Mitte der achtziger Jahre angespannt. Für die künftigen Beschäftigungschancen im Unterrichtswesen sind vor allem zwei Entwicklungen verantwortlich: Einerseits führt der Geburtenrückgang zu einer stetigen Reduktion des Bedarfs an Lehrpersonal. Andererseits kommt es kurz nach der Jahrtausendwende zu einer Pensionierungswelle an den höheren Schulen. Ursache hierfür ist die Bildungsexpansion in den siebziger Jahren, wobei es zu einer deutlichen Ausweitung der LehrerInnenplanstellen kam. Die damals eingestellten Personen stehen nun knapp vor der Pensionierung. Folgt man den Aussagen von ExpertInnen ist hier in naher Zukunft mit einem Arbeitskräftemangel zu rechnen.

    Rund 22% der AkademikerInnen sind in unternehmensorientierten Dienstleistungen beschäftigt, die ebenfalls den sekundären Dienstleistungssektor zugeschrieben werden. Eine Gruppe bilden die Rechts- und Wirtschaftsdienste, wo 17% der AkademikerInnen Beschäftigung finden. Während für die Rechtsdienste die ExpertInnen eher stagnierende Zahlen voraussagen, wird in den Wirtschaftsdiensten ein hohes Entwicklungspotential gesehen. Ebenfalls zu den unternehmensorientierten Dienstleistungen wird der Banken- und Versicherungssektor gezählt (5% der AkademikerInnen). Im Bankensektor wird zwar ein hohes Einsparungs- und Rationalisierungspotential proklamiert, dies dürfte aber nicht für die Beschäftigungsaussichten von AkademikerInnen in diesem Bereich gelten. Von den Personaleinsparungen werden vor allem die anderen Bildungsschichten betroffen sein. Die Zahl der Personen mit Universitätsabschluß wird im Bankensektor vermutlich sogar steigen. Und auch im Bereich des Versicherungswesens wird mit einem deutlichen Zuwachs an AkademikerInnen gerechnet.

    Rund 7% der AkademikerInnen sind im Handel beschäftigt. Die Rationalisierungspotentiale dürften in diesem Bereich ebenfalls vornehmlich andere Bildungsschichten treffen.

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  • 2.2 AkademikerInnenarbeitslosigkeit
  • Arbeitslosigkeit war im Postsekundarbereich bis Anfang der achtziger Jahre kein Thema. Die Arbeitslosenquote pendelte durchwegs zwischen 0,1% bis 0,2%. Mit der fortlaufenden Hochschulexpansion und der daraus resultierenden größeren Zahl an jungen AkademikerInnen, die auf den Arbeitsmarkt drängten, konnte das Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten nicht mehr Schritt halten. Erste Engpässe traten bei LehramtskandidatInnen und einzelnen geisteswissenschaftlichen Studien auf. 1981 betrug die Arbeitslosigkeit unter AkademikerInnen bereits 0,52%. Im folgenden Jahrzehnt stieg die Quote deutlich. Vor allem der Aufnahmestopp des öffentlichen Dienstes verschärfte für die AbsolventInnenjahrgänge 1995 und 1996 die Situation deutlich. 1994 waren 2,63% der berufstätigen AkademikerInnen arbeitslos. Damit liegt die Arbeitslosenquote der AkademikerInnen zwar deutlich unter der Gesamtarbeitslosenquote (1995: 6,5%), trotzdem kann das Thema Arbeitslosigkeit bei AkademikerInnen nicht mehr marginalisiert werden.

    Tabelle 5: Arbeitslosenquoten bei AkademikerInnen

    Arbeitslosenquoten

    1981

    1994

    Juristen, SOWI, WIWI

    0,62%

    2,23%

    Medizin, Pharmazie

    0,35%

    1,35%

    Technik, NAWI, GEWI

    0,54%

    3,24%

    BOKU, VetMed

    0,47%

    2,76%

    Gesamt

    0,52%

    2,63%

    Quelle: ÖSTAT, Biffl (1997), eigene Berechnungen.

    Die Analyse nach Fachrichtung und Geschlecht zeigt, daß bestimmte Gruppen von AkademikerInnen unterschiedlich von dem Problem betroffen sind. In allen Fachrichtungen liegt die Arbeitslosigkeit der weiblichen Absolventinnen deutlich über der ihrer männlichen Kollegen. Bei den Frauen erreichte sie mit 3,47% (1994) den 1,5fachen Wert von jener der Männer, die 1994 eine Arbeitslosenquote von 2,21% zu verzeichnen hatten. Im Vergleich zu den AkademikerInnen ist das geschlechtsspezifische Gefälle in der Gesamtbevölkerung deutlich geringer. Als eine Ursache dieser deutlichen Diskrepanz wird von den ExpertInnen die Überlappung der Berufseinstiegsphase mit der Reproduktionszeit genannt. Das Arbeitsmarktservice hat dieses Problem bereits früh erkannt und setzte einen Schwerpunkt für Frauen und Wiedereinsteigerinnen.

    Die Studienrichtungsgruppen mit dem höchsten Anteil an Arbeitslosen sind Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Technik, wobei der hohe Wert vor allem auf die GeisteswissenschafterInnen zurückzuführen ist. Der Anteil stieg in diesen Gruppen von 0,54% im Jahr 1981 auf 3,24% 1994. Im selben Zeitraum hatten die AbsolventInnen der Universität für Bodenkultur und der Veterinärmedizinischen Universität einen Anstieg in der Arbeitslosenquote von 0,47% auf 2,76%. Unterdurchschnittlich sind die Zuwächse in den Studienrichtungsgruppen Rechtswissenschaften sowie Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Hier betrug die Arbeitslosenquote 1981 0,62% und erhöhte sich bis 1994 auf 2,23%. Die geringste Arbeitslosenquote war zwischen 1981 und 1994 bei den MedizinerInnen und PharmazeutInnen zu beobachten. Der Prozentsatz erhöhte sich bei dieser Gruppe von 0,35% auf 1,35%.

    Verfolgt man jedoch die Entwicklung in den letzten Jahren muß jedoch festgestellt werden, daß sich einiges in den Problemlagen geändert hat. So melden sich in letzter Zeit vermehrt JuristInnen und MedizinerInnen beim Arbeitsmarktservice. Dies sind nach Ansicht der ArbeitsmarktexpertInnen auch die zwei Problemgruppen auf dem AkademikerInnenarbeitsmarkt. Während sich die AbsolventInnen in anderen Studienrichtungsgruppen bereits vorzeitig auf ihre berufliche Situation eingestellt haben und aufgrund der zum Teil sehr angespannten Arbeitsmarktsituation sich frühzeitig umorientierten, sahen die JuristInnen und MedizinerInnen ihrer beruflichen Zukunft weitgehend blauäugig entgegen. Das Aufeinandertreffen von Rationalisierungsbemühungen und Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst mit dem beruflichen Selbstverständnis dieser beiden Studienrichtungsgruppen führte zu der nun angespannten Situation. In beiden Fächern ist die Bereitschaft der AbsolventInnen sich beruflich umzuorientieren kaum ausgeprägt. Sie verfolgen nach wie vor ihre klassischen beruflichen Einmündungsbereiche und sind kaum zu Kompromissen oder auch Abstrichen ihrer Vorstellungen bereit. Bei der Gruppe der JuristInnen kommt noch erschwerend hinzu, daß sie von AbsolventInnen anderer Studienrichtungen - insbesondere wirtschaftswissenschaftlicher Studienrichtungen - auf dem Arbeitsmarkt konkurrenziert werden und diesen Verdrängungskampf oft aufgrund mangelnder betriebswirtschaftlicher Kenntnisse verlieren. Nach Ansicht der ExpertInnen wird sich diese Situation jedoch in den nächsten Jahren ändern. Es nimmt eine gewisse Zeit, bis sich Studierende der einzelnen Studienrichtungsgruppen auf die aktuelle Arbeitsmarktsituation eingestellt haben.

    Wie oben bereits erwähnt, liegt die Arbeitslosenquote bei AkademikerInnen deutlich unter jener der Gesamtbevölkerung. Dies soll jedoch kein Anlaß zu einer vorzeitigen Entwarnung sein. So gibt es gerade in dieser Bildungsgruppe ein hohes Potential an versteckter Arbeitslosigkeit und Arbeitsverhältnissen, die der jeweiligen Qualifikation nicht angepaßt sind. Vor allem die folgenden Faktoren, die auf die schlechte Beschäftigungssituation zurückgeführt werden können, müssen zur Relativierung der Arbeitslosenzahlen herangezogen werden:

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  • 2.3 Prognosen zum AkademikerInnenarbeitsmarkt
  • Die Prognosen für die künftige AkademikerInnenbeschäftigung sind sehr widersprüchlich. Dies hängt vor allem mit dem Umstand zusammen, daß viele Faktoren, die den AkademikerInnenarbeitsmarkt beeinflussen, schwer vorhersehbar sind. Als sicher kann lediglich ein weiteres Steigen der Zahl berufstätiger AkademikerInnen angenommen werden. Ob diese AbsolventInnen auch alle einen Arbeitsplatz finden, ist jedoch mehr als fraglich. Einerseits wird in gängigen Prognosen immer von einer Erweiterung der Wissensgesellschaft ausgegangen, wo gerade für hochqualifizierte Personen gute Arbeitsmarktchancen abzuleiten wären. Vor allem die Bereiche neue Medien und Technologien sowie strategische Planung werden hier immer wieder genannt. Andererseits sind aber auch gegenläufige Tendenzen durch Globalisierung und der damit verbundenen Rationalisierung feststellbar. Ob der Nettoeffekt dieser Entwicklungen wirklich zu einem Steigen der AkademikerInnenbeschäftigung führen wird, ist kaum vorhersehbar. Derzeit besetzt rund jedeR dritte AkademikerIn einen Arbeitsplatz, der neu geschaffen wurde (vgl. Lassnig, 1992, S.118f; Diem, 1994).

    Ein weiterer Faktor, der Prognosen für die künftigen Entwicklungen erschwert, ist die Politik (vgl. Freankel, 1996, S.292). In Österreich sind - wie bereits oben erwähnt - 53% der HochschulabsolventInnen bzw. 59% der AbsolventInnen einer postsekundären Einrichtung im öffentlichen Dienst beschäftigt. Darüber hinaus sind viele Berufsfelder und Wirtschaftssektoren stark an den öffentlichen Sektor gekoppelt (z.B.: Kunstsektor, Gesundheitsberufe) und somit von politischen Entscheidungen direkt abhängig. Wie sich die Situation im Staats- bzw. staatsnahen Sektor entwickeln wird läßt sich jedoch kaum vorhersehen. So war etwa der Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst ein grober Einschnitt in die Beschäftigungssituation von AkademikerInnen, der fünf Jahre zuvor kaum vorhersehbar gewesen wäre.

    Ein weiterer Aspekt, der die AkademikerInnenbeschäftigung beeinflußt, läßt sich unter dem Begriff Substitutionseffekte subsummieren. Wie bereits oben dargestellt, bewerben sich viele AkademikerInnen auf Positionen, die eigentlich nur Maturaniveau voraussetzen. Andererseits verschwimmt bei vielen AkademikerInnenarbeitsplätzen die Grenze zwischen Routinetätigkeit und bildungsadäquater Tätigkeit (vgl. Gleiser, 1996, S.18). Die künftige Entwicklung der AkademikerInnenbeschäftigung wird wesentlich davon abhängen, in welchem Ausmaß die UniversitätsabsolventInnen bereit sind, auch solche Arbeitsverhältnisse einzugehen. Derzeit sind nach ExpertInnenmeinung rund 15% der AkademikerInnen in nicht adäquaten Positionen beschäftigt.

    Ein weiterer wesentlicher Aspekt, der in die Beschäftigungssituation hineinspielt, ist die Frage, in wie weit die Gründung neuer Betriebe und Unternehmen auch tatsächlich realisiert werden kann (vgl. Mitterauer & Reiter 1998, S.33f, Mitterauer et al. 1998). In den letzten Jahren wurde vor allem von politischer Seite immer wieder eine neue Gründerzeit ausgerufen. Neben der politischen Willenserklärung zu einer solchen wurde allerdings nur relativ wenig dazu beigetragen, die Neugründung von Unternehmen zu fördern. Dies obwohl alle befragten ExpertInnen der Meinung sind, daß Neugründungen das wichtigste Element sind, langfristig Arbeitsplätze zu schaffen. Vor allem kleine Unternehmen mit hochqualifiziertem Personal sollten im Mittelpunkt des Interesses stehen. Solche Neugründungen würden nämlich nicht nur der/m GründerIn selbst Beschäftigung, sondern auch einigen MitarbeiterInnen Arbeitsplätze verschaffen. Bereits bei der Gründung werden in Österreich durchschnittlich 1,2 weitere Arbeitsplätze geschaffen (Wanzenböck, 1998).

    Alle in diesem Abschnitt beschriebenen Einflußfaktoren erschweren es, mittel- oder gar langfristige Prognosen für die AkademikerInnenbeschäftigung abzugeben. Für Österreich gibt es zu diesem Thema kaum Daten. In den achtziger Jahren erstellte Landler (1987) eine Prognose für die LehramtsabsolventInnen, wonach bis zum Jahr 2000 9.000 LehramtsabsolventInnen und 5.000 AbsolventInnen der pädagogischen Akademien auf eine ausbildungsadäquate Berufsposition warten. In einer anderen Studie kommt Galehr (1997, S.2) zu dem Schluß, daß bei einem Aufnahmestopp des öffentlichen Dienstes jedes Jahr mit zusätzlichen 2.400 arbeitslosen AkademikerInnen zu rechnen ist.

    Etwas besser, dafür deutlich widersprüchlicher, ist die Datenlage in Deutschland. Hier existieren einige Prognosen bis zum Jahr 2010, die allerdings zu gänzlich unterschiedlichen Ergebnissen führen. Weißhuhn (1996) erwartet bis zu diesem Jahr ein Überangebot an 700.000 UniversitätsabsolventInnen in Westdeutschland und 250.000 UniversitätsabsolventInnen in Ostdeutschland. Die Überkapazitäten im Fachhochschulbereich beziffert er mit 500.000 für West- und 250.000 für Ostdeutschland. Etwas moderater beurteilt Tessaring (1996) die Situation. Er meint, daß sich der Bedarf an AkademikerInnen bis zum Jahr 2010 erhöhen wird und die Akademisierungsrate auf rund 18% der Erwerbstätigen ansteigen werde. Der Einstellungsbedarf liegt nach seiner Studie etwas unter dem Angebot von AkademikerInnen. Auch Weidig (1996) ist der Ansicht, daß bis 2010 Arbeitslosigkeit - trotz eines steigenden Angebotes an Arbeitsplätzen - längerfristig ein Problem sein wird. Dies wird seiner Meinung nach auf das wachsende Angebot an Arbeitskräften zurückzuführen sein. In die entgegengesetzte Richtung weisen die Prognosen von Schmidt (1991, S. XXIIIf). Er konstatiert für Deutschland eine ähnliche Entwicklung zu höherqualifizierter Beschäftigung wie in den USA und vertritt die Ansicht, daß der AkademikerInnenbedarf bis 2010 nicht gedeckt werden kann.

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  • 3. Basisdaten zur Selbständigkeit


  • 3.1 Der europäische Kontext
  • Ein erklärtes Ziel der Europäischen Union zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten ist die Erhöhung der Selbständigenzahlen und der Unternehmensgründungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Im Zeitraum 1991 bis 1995 kam es trotz dieser politischen Willenserklärung zu einem leichten Absinken in der Selbständigenquote von 15,4% auf 14,9%.

    Tabelle 6: Selbständigenquoten

     

    1991

    1995

    EU(15)

    15,4%

    14,9%

    Österreich

    10,2%

    12,0%

    Quelle: Hofstätter et al. (1998)

    Demgegenüber weist Österreich einen Zuwachs der Selbständigen an allen Berufstätigen aus. Waren 1991 erst 10,2% aller Berufstätigen in irgend einer Form selbständig, wurde 1995 eine Selbständigenquote von 12,0% erreicht. Trotzdem liegt Österreich mit rund 3% Differenz noch immer deutlich unter dem EU(15)-Durchschnitt.

    Tabelle 7: Selbständigenquoten in ausgewählten EU-Ländern

    Land

    Selbständigenquote

    Griechenland

    33,8%

    Portugal

    25,8%

    Spanien

    21,8%

    Irland

    20,8%

    Frankreich

    11,6%

    Schweden

    11,3%

    Österreich

    12,0%

    Deutschland

    9,4%

    Quelle: Hofstätter et al. (1998)

    Dieser EU(15)-Durchschnitt streut jedoch sehr stark nach den einzelnen Ländern. Insbesondere die wirtschaftsschwächeren Länder weisen sehr hohe Selbständigenquoten auf. Griechenland führt mit einem Wert von 33,8% die Liste an. Es folgen Portugal (25,8%) und Spanien (21,8%). Ebenfalls im oberen Segment liegt Irland mit einer Selbständigenquote von 20,8%. Wirtschaftlich stärkere Länder weisen demgegenüber Quoten knapp über 10% aus. So kommt etwa Frankreich auf 11,6% oder Schweden auf 11,3%. Österreich liegt mit 12,0% knapp über diesen Ländern. Deutschland hingegen weist mit 9,4% Selbständigenquote einen eher unterdurchschnittlichen Wert aus.

    Tabelle 8: Gründungsquote je 1000 Einwohner

    Land

    Quote

    Österreich

    2,9

    Deutschland

    6,2

    Italien

    4,8

    Quelle: Hofstätter et al. (1998)

    Die Selbständigenquote gibt jedoch relativ wenig Auskunft über das Gründungsgeschehen eines Landes. Zu Vergleichszwecken hat sich der Indikator "Gründungsquote" bewährt, der die Zahl der Gründungen je 1.000 EinwohnerInnen darstellt. Auch bei diesem Kennwert weist Österreich verglichen mit anderen Ländern einen niedrigen Wert von 2,9 Gründungen je tausend EinwohnerInnen auf. Im Vergleich dazu kommt etwa Italien auf 4,8 Gründungen je tausend EinwohnerInnen oder Deutschland auf 6,2 Gründungen.

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  • 3.2 Selbständige AkademikerInnen
  • Im vorangehenden Abschnitt wurden die Selbständigenquoten einzelner EU-Staaten miteinander verglichen. Diese Quoten unterscheiden sich jedoch deutlich bei der differenzierten Analyse nach Bildungsgrad. Hier interessiert vor allem der Unterschied zwischen allen Selbständigen und den akademischen Selbständigen.

    Tabelle 9: Selbständige und akademische Selbständige

    in 1.000

    1981

    1991

    AkademikerInnen

    134

    198

    selbständig

    23

    33

    unselbständig

    111

    165

    Selbständigenquote

    17%

    17%

    Gesamt

    3.412

    3.684

    selbständig

    466

    396

    unselbständig

    2.945

    3.288

    Selbständigenquote

    14%

    11%

    Quelle: Volkszählungsdaten (ÖSTAT), eigene Berechnungen

    Zwischen 1981 und 1991 hat sich die Zahl der Berufstätigen von 3,4 Mio. auf 3,7 Mio. erhöht. Gleichzeitig sank die Zahl der Selbständigen von 466.000 auf 396.000. Dies bedeutet, daß sich die Selbständigenquoten in diesem Jahrzehnt von 14% auf 11% verringert hat. Seither ist wieder ein leichter Aufwärtstrend zu beobachten. Anders als in der Gesamtbevölkerung verhält es sich bei den AkademikerInnen. 1981 wurden 134.000 berufstätige Personen mit Universitätsabschluß gezählt. Hiervon gaben rund 23.000 an, selbständig zu sein. 1991 erhöhte sich die Gesamtzahl der berufstätigen AkademikerInnen auf 198.000, von denen 33.000 selbständig waren. Die Selbständigenquote von AkademikerInnen stagnierte zwischen 1981 und 1991 bei 17%. Rund jedeR sechste AkademikerIn ist somit selbständig erwerbstätig.

    Die Entwicklung seit 1991 kann wegen fehlender Volkszählungsdaten nur unzureichend beschrieben werden. In der Gesamtbevölkerung ist es jedenfalls zu einem Anstieg der Selbständigenzahlen gekommen. Dieser Trend dürfte bei den AkademikerInnen sogar besonders stark gewesen sein. Hierfür sprechen vor allem die Einschätzungen der befragten ExpertInnen, die einen strukturellen Wandel in der AkademikerInnenbeschäftigung konstatieren. Nicht nur, daß AkademikerInnen in besonderem Maße von den Änderungen in der Sozialversicherungsgesetzgebung betroffen sind (z.B.: neue Werkvertragsregelung, neue Selbständige). Man findet sie immer häufiger projektbezogen arbeitend und viele, vor allem junge AkademikerInnen, haben mehr als eineN AuftraggeberIn. Auch in der Zeiteinteilung wird zunehmend von einer 40-Stundenwoche mit fixen Arbeitszeiten abgegangen.

    Die Selbständigenquoten unterscheiden sich auch sehr deutlich zwischen den einzelnen Studienrichtungen. In der folgenden Tabelle werden die Berufstätigen AkademikerInnen den selbständigen AkademikerInnen gesondert nach Studienrichtungsgruppe gegenübergestellt.

    Tabelle 10: Selbständige AkademikerInnen nach Studienrichtung

    Studienrichtungsgruppe 1991

    Selbständige

    Berufstätige

    Selbs.-Quote

    Medizin

    9.652

    29.342

    33%

    Rechtswissenschaften

    4.468

    24.365

    18%

    Technik

    4.251

    22.762

    19%

    Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

    3.883

    28.098

    14%

    Künstlerische Studien

    3.118

    10.877

    29%

    Geisteswissenschaften

    2.914

    33.387

    9%

    Pharmazie

    1.065

    4.162

    26%

    Veterinärmedizin

    1.039

    1.864

    56%

    Naturwissenschaften

    1.007

    20.933

    5%

    Bodenkultur

    584

    5.549

    9%

    Quelle: Volkszählungsdaten (ÖSTAT), eigene Berechnungen

    Die höchsten Selbständigenquoten findet man bei den VeterinärmedizinerInnen mit 56%. In einem zweiten Cluster, wo jedeR dritte oder vierte selbständig ist, finden sich die Studienrichtungsgruppen Humanmedizin (33%), Künstlerische Studien (29%) und Pharmazie (26%). Im dritten Cluster von Studienrichtungsgruppen sind die technischen Studienrichtungen (19%), die Rechtswissenschaften (18%) sowie die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (14%) vertreten. Die geringsten Selbständigenquoten weisen die Studienrichtungsgruppen Bodenkultur (9%), die Geisteswissenschaften (9%) und die Naturwissenschaften (5%) aus.

    Die Selbständigenquoten geben aber nur bedingt Auskunft über die Selbständigenpotentiale in den einzelnen Studienrichtungsgruppen. Zur Bewertung dieser Potentiale wurde die Entwicklung zwischen Unselbständigen und Selbständigen zwischen den beiden Volkszählungsjahren 1981 und 1991 analysiert. Der Faktor "Potential für Selbständigkeit" spiegelt die Relation "Veränderung Selbständige" durch "Veränderung Berufstätige" wider. Steigt die Zahl der Berufstätigen schneller als die der Selbständigen, liegt der Faktorwert unter 1. Umgekehrt ist der Faktorwert höher als eins, wenn die Selbständigenzahl schneller gestiegen ist als die Berufstätigenzahl. Ein hoher Faktor bedeutet somit gleichzeitig ein hohes Potential für Selbständigkeit.

    Tabelle 11: Zuwächse an Selbständigen nach Studienrichtungsgruppen zwischen 1981 und 1991

    Studienrichtungsgruppe

    Selbständige

    Berufstätige

    Faktor

    Medizin

    25%

    51%

    0,83

    Rechtswissenschaften

    20%

    33%

    0,90

    Technik

    49%

    46%

    1,02

    Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

    77%

    88%

    0,94

    Künstlerische Studien

    53%

    28%

    1,20

    Geisteswissenschaften

    170%

    66%

    1,63

    Pharmazie

    17%

    25%

    0,94

    Veterinärmedizin

    31%

    34%

    0,98

    Naturwissenschaften

    103%

    47%

    1,38

    Bodenkultur

    56%

    38%

    1,13

    Gesamt

    43%

    48%

    0,97

    Quelle: Volkszählungsdaten (ÖSTAT), eigene Berechnungen

    Die MedizinerInnen stellten mit 33,4% (7.712 Personen) 1981 den größten Anteil an selbständigen AkademikerInnen. Bis 1991 erhöhte sich zwar die absolute Zahl der selbständigen MedizinerInnen auf 9.652, ihr relativer Anteil reduzierte sich allerdings auf 29,1% der Selbständigen. Setzt man die Steigerungsrate der berufstätigen MedizinerInnen zwischen 1981 und 1991 mit der Steigerungsrate der selbständigen MedizinerInnen in Beziehung (51% gegenüber 25,2%), fällt auf, daß die Selbständigenzahlen viel langsamer wachsen als die Gesamtzahl. Hieraus läßt sich schließen, daß Medizin kein großes Potential für künftig Selbständigen bietet.

    Die Gruppe mit dem zweitgrößten Anteil an Selbständigen im Jahre 1981 waren mit 16,1% (3.719 Personen) die AbsolventInnen der Rechtswissenschaften. Die absolute Zahl der Selbständigen erhöhte sich bis 1991 auf 4.468, der relative Anteil sank jedoch auf 13,5% der Selbständigen. Auch hier ergibt die Gegenüberstellung der Steigerungsraten von selbständigen und berufstätigen AbsolventInnen der Rechtswissenschaften ein klareres Bild. Während die Berufstätigen von 18.291 auf 24.365 stiegen und somit ein um 33,2% höherer Wert erzielt wurde, stiegen die Selbständigenzahlen lediglich um 20,1%. Es läßt sich also vermuten, daß auch in dieser Gruppe das Selbständigenpotential rückläufig ist, da sowohl unterdurchschnittliche Steigerungsraten in den AbsolventInnenzahlen und deutlich unterdurchschnittliche Steigerungsraten in den Selbständigenzahlen zu verzeichnen sind.

    Die Studienrichtungen, die 1981 die drittgrößte Selbständigenzahl aufwiesen, waren die technischen Studienrichtungen, mit damals 2.848 Selbständigen. Dies ist ein Anteil von 12,3% an allen selbständigen AkademikerInnen. Ihre Zahl stieg bis zur Volkszählung 1991 auf 4.251 Personen an. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich die Zahl der berufstätigen TechnikerInnen von 15.584 auf 22.762. Vergleicht man wiederum den Anstieg von Selbständigen und Berufstätigen, läßt sich das GründerInnenpotential bewerten. Die Berufstätigen hatten einen Zuwachs von 46,1% zu verzeichnen. Dies entspricht in etwa dem Zuwachs aller berufstätigen HochschulabsolventInnen. Parallel dazu waren Steigerungsraten bei den Selbständigen von 49,3% zu beobachten. Dieser etwas höhere Wert legt nahe, daß die technischen Studienrichtungen zwar ein intaktes Potential für GründerInnen bieten, dieses aber nur geringfügig über dem Durchschnitt aller HochschulabsolventInnen liegt.

    Die Studienrichtungsgruppe mit der vierthöchsten Selbständigenanzahl im Jahr 1981 waren die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. 2.198 Personen dieser Gruppe waren 1981 selbständig. Dies sind 9,5% der selbständigen AkademikerInnen. Bis zum Jahre 1991 erhöhte sich die Zahl auf 3.883 oder 11,7% aller selbständigen AkademikerInnen. Gleichzeitig stieg die Zahl der berufstätigen AbsolventInnen der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Studienrichtungen von 18.291 im Jahr 1981 auf 28.098 im Jahr 1991. Der Vergleich der Steigerungsraten zeigt, daß die Gesamtzahl der Berufstätigen um 88% gewachsen ist. Gleichzeitig war ein Anstieg der Selbständigen um 76,7% zu verzeichnen. Dies bedeutet, daß die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zwar durchaus ein Potential für Unternehmensgründungen bieten, dieses aber, verglichen mit allen Studienrichtungen, etwas unterdurchschnittlich ausgeprägt ist.

    1981 lagen die künstlerischen Studien, die Selbständigenanzahl betreffend an der fünften Stelle. Die 2.040 Selbständigen bildeten 8,8% aller selbständigen AkademikerInnen. 1991 konnten bereits 3.118 selbständige AbsolventInnen künstlerischer Studienrichtungen verzeichnet werden, was einem Anteil von 9,4% an allen Selbständigen entspricht. Im selben Zeitraum erhöhte sich die Zahl der berufstätigen AbsolventInnen künstlerischer Studien relativ gering von 8.503 auf 10.877. Vergleicht man nun wieder die Steigerungsraten der Selbständigen und der Berufstätigen, fällt auf, daß dem relativ geringen Zuwachs an Berufstätigen von 27,9% eine weit höhere Steigerung bei den Selbständigen von 52,8% gegenüber steht. Die künstlerischen Studien können somit als ein Bereich bezeichnet werden, der ein größeres Potential für Selbständige bietet.

    Einen relativ geringen Anteil an Selbständigen machten 1981 die AbsolventInnen der geisteswissenschaftlichen Studien aus: 4,7% (1.097) der Selbständigen standen 15% der Berufstätigen gegenüber. Bis 1991 erhöhte sich diese Zahl auf 2.914. Gleichzeitig stieg die Anzahl aller berufstätigen GeisteswissenschafterInnen von 20.155 auf 33.387. Somit betrugen die Steigerungsraten bei den Selbständigen 170,1% und bei allen Berufstätigen 65,7%. Mit diesen Werten erzielen die geisteswissenschaftlichen Studienrichtungen das höchste Potential für Selbständige.

    Waren 1981 noch 3,9% der Selbständigen PharmazeutInnen, sank dieser Wert bis 1991 auf 3,2%. In absoluten Zahlen gesprochen, kam es zu einem Anstieg von 909 PharmazeutInnen auf 1.065 im Jahr 1991. Diese Steigerung um 17,2% lag deutlich unter dem Schnitt aller HochschulabsolventInnen. Zwar stieg auch die Gesamtzahl aller berufstätigen PharmazeutInnen in den zehn Jahren von 3.335 auf 4.162, doch diese zusätzlichen 24,8% lagen weit unter dem Durchschnitt. Die Ergebnisse legen den Schluß nahe, daß die PharmazeutInnen künftig kein Potential für Unternehmensgründungen darstellen.

    Eine nahezu identische Entwicklung zeigt sich bei den AbsolventInnen der Veterinärmedizin. Ihr Anteil betrug mit 791 Personen 3,4% der Selbständigen. Bis 1991 veränderten sich die Werte auf 3,1% und 1.039 Selbständige. Gleichzeitig erhöhte sich die Gesamtzahl der berufstätigen VeterinärmedizinerInnen von 1.390 auf 1.864. Die Steigerungsraten für Selbständige betrugen somit 31,4%, die für Berufstätige 34,1%. Beide Werte lagen weit unter dem Durchschnitt und die prozentuelle Steigerung bei den Selbständigen lag unter der der Berufstätigen. Auch hier liegt der Schluß nahe, daß die Veterinärmedizin eher kein Potential für Unternehmensgründungen ist.

    Besonders stark gestiegen sind die AbsolventInnenzahlen der naturwissenschaftlichen Studien. Sie stellten 1981 mit 496 lediglich 2,1% der Selbständigen. Bis 1991 erhöhte sich die Gesamtzahl auf 1.007 und der Prozentanteil auf 3%. Gleichzeitig stieg der Wert für die berufstätigen NaturwissenschafterInnen von 14.082 auf 20.933. Betrachtet man nun die Zuwachsraten von selbständigen NaturwissenschafterInnen (103%) und die der berufstätigen NaturwissenschafterInnen (47,2%), kann diese Studienrichtungsgruppe als gutes Potential für Unternehmensgründungen gewertet werden.

    Ebenfalls positive Prognosen lassen sich für die Studienrichtungen der Bodenkultur erstellen. Sie hatten 1981 mit 374 Selbständigen einen Anteil von 1,6% an allen Selbständigen. Bis 1991 erhöhte sich der Anteilswert auf 1,8 und die Gesamtzahl auf 584. Dies bedeutet die überdurchschnittliche Steigerung von 56,1% zwischen 1981 und 1991. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Berufstätigen nur um 37,5%, von 4.035 auf 5.549. Die Zahl der Selbständigen stieg somit deutlich schneller als die der Berufstätigen.

    Die verbliebenen drei Studienrichtungsgruppen zeigen gleichfalls positive Prognosen für künftige Unternehmensgründungen, die Steigerungsraten sind jedoch aufgrund der geringen Fallzahlen mit Vorsicht zu genießen. Bei den TheologInnen erhöhte sich die Zahl der Selbständigen um 39,4%, während die der Berufstätigen mit 11% deutlich darunter liegt. Bei den Sportwissenschaften betragen die vergleichbaren Zahlen 262,8% und 173%. Bei den AbsolventInnen der Montanuniversität gab es bei den Selbständigen Steigerungen von 101,6% während sich die Zahl der Berufstätigen nur um 26,3% erhöhte.

    Zusammenfassend lassen sich die analysierten Studienrichtungsgruppen in drei Kategorien einteilen, die unterschiedliche Potentiale für Selbständigkeit bieten. Sehr hohe Potentiale weisen die Geisteswissenschaften, die künstlerischen Studien, die Studien der Bodenkultur, die Naturwissenschaften, die theologischen Studienrichtungen, die Sportwissenschaften und die Studien der Montanuniversität auf. Durchschnittliche Potentiale wurden bei den technischen Studienrichtungen sowie den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften festgestellt. Unterdurchschnittliche Potentiale gibt es bei den Rechtswissenschaften, der Medizin, der Pharmazie und der Veterinärmedizin.

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  • 4. Unternehmensfelder für AkademikerInnen
  •  

    Um das Feld relevanter Unternehmensfelder zu sondieren, wurden in einem ersten Schritt Arbeitsmarkt- und WirtschaftexpertInnen befragt, wo sie vornehmlich Entwicklungspotentiale für Unternehmensgründungen durch AkademikerInnen sehen. Im wesentlichen waren sich die ExpertInnen einig, daß vor allem vier Bereiche als zukunftsträchtig angesehen werden können:

    Im Sozialbereich spielt vor allem die demographische Entwicklung (gesteigerte Lebenserwartung, Rückgang der Geburtenzahlen) und die Auslagerung sozialer Dienste eine bedeutende Rolle. Erstmals gibt es eine relativ vermögende ältere Gesellschaft, die sich entsprechende Dienstleistungen auch leisten kann. Trotzdem bleibt für UnternehmensgründerInnen immer die Frage, wer die Leistungen bezahlt. Nach Ansicht der ExpertInnen ist hier auch viel Bewußtseinsarbeit vonnöten.

    Der Bereich der Geld- und Wirtschaftsdienste ist vor allem durch Rationalisierungen im Bankenwesen und Outsourcing von Beratungsleistungen geprägt. Vor allem für AbsolventInnen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften eröffnen sich hier eine Fülle neuer Unternehmensmöglichkeiten. Aber auch Kombinationen von wirtschaftlichem und technischem Know-how wird in diesem Bereich ein großer Zukunftsmarkt attestiert.

    Der IuK-Sektor ist der wahrscheinlich medial am meisten propagierte. Die schnelle Entwicklung der neuen Medien eröffnet für eine Fülle möglicher DienstleisterInnen Unternehmens- und Beschäftigungschancen. Hierbei geht es nicht nur um die technische Umsetzung von EDV-Lösungen, sondern insbesondere auch um den Bereich des E-Commerce´s oder des Online-Business.

    Während die vorangehenden drei Felder vornehmlich den sekundären Dienstleistungen zuzuordnen sind, können die potentiellen Unternehmensfelder für die Ingenieurswissenschaften mehreren Wirtschaftssektoren zugerechnet werden. Ein großes Potential wird vor allem in den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik prognostiziert. Besonders gute Chancen haben Unternehmen mit hohem F&E-Anteil, die Speziallösungen anbieten.

    In den folgenden Kapiteln werden die Bereiche Sozialdienste, Geld- und Wirtschaftsdienste und IuK-Medien näher behandelt. Der ingenieurswissenschaftliche Teil wäre für eine ExpertInnenbefragung zu umfangreich um alle relevanten Facetten abzudecken. In den letzten Jahren wurde jedoch von der Akademie der Wissenschaften eine umfassende Bestandsaufnahme (Technologie-Delphi: Institut für Technikfolgenabschätzung 1998) erstellt, die eine Fülle von Anhaltspunkten für interessante Unternehmensideen liefert.

    Die ExpertInnen wurden auch zu den Rahmenbedingungen der Unternehmensgründung durch AkademikerInnen befragt. Die meisten Befragten sind der Ansicht, daß es sich bei Neugründungen in den genannten Bereichen vorerst vor allem um Klein- und Kleinstunternehmen bis hin zum Randbereich der "neuen Selbständigen" handelt. Ausgehend vom Kleinstunternehmen ist aber in vielen Branchen mit einer Ausweitung zu rechnen, die auch weiterführende Beschäftigungseffekte nach sich ziehen. Durchschnittlich könne mit vier MitarbeiterInnen pro Unternehmen gerechnet werden. Diesen Übergang vom Einzelunternehmen hin zum Kleinstunternehmen sehen viele als besonders schwierig an, da eine derartige Ausweitung mit einem deutlichen Anwachsen der Kostenseite verbunden ist. Sehr schnell müßte dann eine Infrastruktur, die mindestens 50.000.- pro Monat kostet, aufrechterhalten werden. Für viele Kleinunternehmen stellt es eine Schwierigkeit dar, in dieser ersten Phase die nötigen Umsätze zu erwirtschaften. Es ist daher immer zu prüfen, ob die Geschäftsidee auch die nötigen Erträge abwirft.

    Prinzipiell sehen die ExpertInnen bei den AkademikerInnen eher gute Voraussetzungen zur Unternehmensgründung. Sie verfügen über den großen Vorteil, sich vor allem mit kommunikativen Aspekten auseinanderzusetzen und haben eine weitaus bessere Kundenorientierung als AbsolventInnen anderer Bildungsstufen. Auch können sie sehr gut strukturierte Lösungsmöglichkeiten anbieten. Der dritte Bereich, in dem AkademikerInnen zumeist einen Vorteil gegenüber anderen GründerInnen haben, ist der der Softskills. Hier zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede der einzelnen Studienrichtungen. So haben etwa AbsolventInnen der Wirtschaftsuniversität weit mehr Fähigkeiten in diesem Bereich erworben, als etwa JuristInnen oder MedizinerInnen.

    Trotz der prinzipiell hohen fachlichen Eignung der HochschulabsolventInnen müssen potentielle GründerInnen noch andere Voraussetzungen mitbringen. Neben einer guten Idee, die auch umsetzungs- und marktfähig ist, zählen vor allem Eigenschaften wie Risikobereitschaft, Planungs- und Entscheidungsfähigkeit als unabdingbar. Darüber hinaus sollte im jeweiligen Feld Berufserfahrung gesammelt worden sein. Besonderes Augenmerk wäre auf den Erwerb eines Basiswissens über betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und über Betriebsabläufe zu legen. Viele JungunternehmerInnen machen die Fehler nicht in fachlichen Belangen, sondern beim Monitoring, der Anbotslegung und der Preisgestaltung. Fehler in diesen Bereichen wirken sich sofort negativ auf die Bilanz aus und bedeuten nicht selten das Ende des Unternehmens.

    Das betriebswirtschaftliche Backing könnte nach Ansicht der ExpertInnen auf zweierlei Weise eingebracht werden. Einerseits könnten an den Universitäten entsprechende Module in Workshopform oder Projektstudienform angeboten werden. In diesem Fall müßte das Wissen entsprechend praxisnahe aufbereitet werden, und die Module intedisziplinär ausgerichtet sein. Andererseits könnte das Know-How auch durch das Hinzuziehen von PartnerInnen eingeworben werden. Nach Ansicht der ExpertInen wären solche Teamgründungen zwar sehr wünschenswert, es sei allerdings sehr schwierig entsprechende PartnerInnen mit einer anderen disziplinären Ausrichtung zu finden. Außerdem fördere die Universität mit ihrer fachlichen Segmentierung und ihrer Ausbildung eher die EinzelkämpferInnen. Neben der fachlichen Breite hätten Teamgründungen auch soziale Vorteile. Allerdings fällt es dann insbesondere in der Gründungsphase schwer, die notwendigen Umsätze zu erwirtschaften.

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  • 5. Unternehmensfelder Sozialbereich


  • 5.1 Gesellschaftlicher Hintergrund für die Herausbildung neuer Beschäftigungsoptionen
  • Der Sozial- und Gesundheitsbereich, mit Einschränkungen auch der Kulturbereich, gelten unter dem Blickwinkel der Beschäftigung zunehmend als Hoffnungs- und Wachstumsbranchen. Dies kann auch anhand der nachstehenden Marktanalyse im Groben bestätigt werden, allerdings nicht generell, sondern nur in bestimmten Berufs- und Tätigkeitsfeldern. Kurz gefaßt läßt sich sagen, daß vor allem Brückenqualifikationen für akademische Selbständige und FirmengründerInnen infrage kommen. Als Brückenqualifikationen sind hier jene Fähigkeiten definiert, die Fachkenntnis und -erfahrung im Bereich der sozialen Dienstleistungen mit Qualifikationen verbinden, die sich im Zuge des gesellschaftlichen Wandels als Leistungsanforderung herausgebildet haben und von den traditionellen Ausbildungseinrichtungen im Sozial-, Gesundheits- und Kultursektor noch nicht oder noch nicht sehr lange angeboten werden. Dies bedeutet, daß erst die gegenwärtigen AbsolventInnengenerationen über diese Brückenqualifikationen verfügen, nicht aber die bereits in den genannten Sektoren bereits Beschäftigten.

    Diese veränderten Leistungsanforderungen ergeben sich einerseits aus dem Umstand, daß soziale und kulturelle Arbeit sowie die Tätigkeiten im Gesundheitsbereich zunehmenden budgetären Restriktionen und daher auch Rationalisierungsforderungen seitens der Leistungsträger oder der finanzierenden Stellen unterliegen. Ein Großteil der sozialen und verwandten Dienstleistungen werden ja im Rahmen oder im Auftrag der öffentlichen Hand erbracht, die in allen Staaten der EU bereits seit längerem versuchen, die Kostenentwicklung für sozialstaatliche Aufgabenbereiche zu dämpfen. Daraus ist zumindest die Forderung nach kostenbewußter Arbeit erwachsen und in Verbindung mit dieser entstehen neue Tätigkeitsfelder, die zunehmend von externen Anbietern erbracht werden und hier vor allem akademische Qualifikationen ansprechen.

    Neben diesen Tätigkeitsoptionen für hochqualifizierte Selbständige und kleinen, aber flexiblen Unternehmen kann auch die demographische Entwicklung als Quelle neuer sozialer Dienstleistungsberufe gelten. "Insbesondere Änderungen im Altersaufbau und in den Haushaltsstrukturen können die Nachfrage nach bestimmten Dienstleistungen ansteigen lassen. Wachsende Anteile alter Menschen und verlängerte Lebenserwartung lassen auch den Anteil pflegebedürftiger Menschen zunehmen." (Häuzermann & Siebel, 1995, S.167f) Die Beschäftigungswirksamkeit dieser Entwicklung wird auch dadurch gesteigert, daß Frauen zunehmend berufstätig werden und von daher über geringere zeitliche Möglichkeiten zur Pflege von Angehörigen verfügen. Auch die zunehmende Mobilität und die Erosion sozialer Netze tragen zu dieser Entwicklung bei. Letztlich bilden sich also neue Beschäftigungsoptionen vor allem in jenen Bereichen, in denen traditionelle Leistungserbringung auf Anforderungen des Strukturwechsels oder veränderte demographische Rahmenbedingungen treffen.

    Dabei dürften zwischen den Sektoren des Bereiches sozialer Dienstleistungen im Hinblick auf zusätzliche und innovative Beschäftigungsmöglichkeiten teilweise erhebliche Unterschiede in den Entwicklungsperspektiven bestehen. Die günstigsten Bedingungen bieten wohl jene Tätigkeitsbereiche, die auf neue Formen der Betreuung von SeniorInnen abzielen. Einerseits ergibt sich hier aufgrund der demographischen Entwicklung schon allein aus einem quantitativen Blickwinkel eine Ausweitung des Bedarfes, zugleich entstehen aber auch inhaltlich und methodisch neue Anforderungen (siehe unten), die von den traditionellen Leistungsanbietern noch nicht oder kaum bedient werden können. Ein Teil dieser neuen Aufgabenstellungen sind auch für andere Bereiche des sozialen Sektors relevant.

    Demgegenüber werden die traditionellen Formen der sozialen Betreuung - etwa Jugend- und Sozialarbeit - kaum neue Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Sie sind gegenwärtig weitgehend ausgelastet und die entsprechenden Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst werden in naher und mittlerer Zukunft kaum aufgestockt. Dies gilt im übrigen auch für den Bereich der EDV in sozialen Dienstleistungsunternehmen. Der Prozeß der Umstellung von Datenbeständen auf elektronische Datenbanksysteme ist in den meisten Dienststellen schon seit längerem abgeschlossen, sodaß in diesem Bereich der Bedarf nach entsprechenden Dienstleistungen weitgehend gesättigt ist. Zudem kann die öffentliche Hand hier bereits auf eine Vielfalt von privaten Anbietern zurückgreifen, die auch über genügend Erfahrung mit den Besonderheiten der Erbringung sozialer Dienstleistungen verfügen.

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  • 5.2 Konkrete berufliche Optionen
  • Da sich die meisten öffentlichen und halböffentlichen Sozialdienste in der Vergangenheit fachlich spezialisiert haben, kann einer der Wachstumsbereiche unter dem Begriff Sozialcoaching zusammengefaßt werden, die vor allem (aber nicht nur) für die vielen Felder der Seniorenbetreuung relevant sind. Dabei geht es im wesentlichen um die Zusammenstellung und Koordination einer optimalen Betreuung, die in vielen Fällen nicht von einem Anbieter oder einer Stelle allein durchgeführt werden kann, sondern eine Kombination unterschiedlicher Leistungen erfordert. In diesem Zusammenhang ist es daher notwendig, den Bedarf zu erheben und in seinen Leistungsbestandteilen zu konkretisieren, die finanziellen Möglichkeiten eines optimalen Pflege- und Betreuungsprogramms zu eruieren, das vorhandene Leistungsspektrum nach Inhalten und entsprechender Qualität zu sichten und schließlich eine vernetztes Betreuungskonzept zu entwickeln und umzusetzen. Institutionell, also als Gründungsoption, würde dies die Gründung von Betreuungsberatungsstellen bedeuten, die sich durchaus unabhängig, wenn auch finanziert durch Aufträge der öffentlichen Hand, insbesondere im kommunalen Bereich, organisieren könnten. Die Funktion von Beratungsstellen dieser Art wäre im wesentlichen ihr Beitrag zu Betreuungsoptimierung, geforderte Qualifikationen sind in diesem Zusammenhang Gesprächsführung, die Fähigkeiten, Ressourcen und Möglichkeiten zu erkennen, die Kenntnis des Betreuungssektors als solchem und entsprechende Berufserfahrungen. Daraus ergibt sich, daß dieses Berufsfeld für eine Reihe von Studien geeignet ist, insbesondere für AbsolventInnen der Psychologie, der Soziologie, aber auch der Betriebswirtschaft.

    Ein weiterer Bereich, der zu den innovativen Beschäftigungsoptionen im Rahmen sozialer Dienstleistungen gezählt werden kann, ist die Wohnungsoptimierung. Vor allem in Wien zeigt sich ein Trend, daß immer mehr ältere Menschen immer länger in ihren Wohnungen leben wollen. Ob dies allerdings möglich ist, hängt vom Komfort und der bedarfsgerechten Gestaltung dieser Wohnungen ab. Gerade in diesem Feld vermuten Experten neue, quantitativ nicht unerhebliche Beschäftigungsmöglichkeiten, die auch für HochschulabsolventInnen von Bedeutung sind. So gibt es bisher in ganz Österreich nur einen Beauftragten, der explizit mit Fragen der Wohnungsoptimierung betraut ist.

    Die in diesem Zusammenhang anfallenden Tätigkeitsfelder beziehen sich auf Beratung und Umsetzung zugleich. Hier geht es vor allem darum, den konkreten (Um-)Gestaltungsbedarf je nach der spezifischen Situation älterer BewohnerInnen, aber beispielsweise auch von Behinderten, festzustellen, die Frage zu lösen, was von den bestehenden Einrichtungen in das Umgestaltungskonzept einbezogen werden kann, welche Kosten mit unterschiedlichen Gestaltungsvarianten verbunden sind, welche Finanzierungs- und Förderungsmöglichkeiten sich anbieten, welche Stellen zu kontaktieren sind, welche Fachkräfte die Neugestaltung planen und umsetzen können, wie unterschiedliche Fachkräfte zu koordinieren sind, usw. Die Beratung wird sich in diesem Zusammenhang sowohl an öffentliche Stellen, die mit der Betreuung der infrage kommenden Zielgruppen betraut sind, an die InteressentInnen selbst, aber auch an die planenden und durchführenden Fachkräfte (ArchitektInnen) richten. Zum Tätigkeitsprofil wird auch die Umsetzungskontrolle gehören, weil dies ja beispielsweise von alten Menschen nicht erwartet werden kann.

    Auch im Hinblick auf die Prävention sind nach wie vor beschäftigungsrelevante Entwicklungsoptionen aufzufinden. Hier geht es vor allem um die primäre Prävention, also die Aufgabe, das Eintreten von Krankheiten oder Beeinträchtigungen welcher Art auch immer so lange wie möglich zu vermeiden bzw. aufzuschieben. Demgegenüber werden die Aufgaben der zweiten und dritten Prävention bereits erheblich besser realisiert. Zur zweiten und zur dritten Prävention gehören all jene Tätigkeiten, die dazu dienen, die Verschlechterung einer bereits eingetretenen Beeinträchtigung zu verhindern oder die Betroffenen zumindest dabei zu unterstützen, mit Verschlechterungen umgehen zu lernen.

    Die Entwicklungsmöglichkeiten der primären Prävention werden sich ebenfalls in der Form entsprechender Beratungsleistungen konkretisieren lassen. Dazu gehört beispielsweise Lebensberatung, die Konzeption von Fitness-Angeboten, aber auch die Arbeit mit Einstellungen und nicht mehr zeitgemäßen Überzeugungen. Dies betrifft insbesondere die "jungen" Alten, also die Menschen in den 50ern und 60ern. Für diese Zielgruppe gibt es noch kaum Betreuungsangebote, denn diese Angebote orientierten sich bisher vor allem an den über 70jährigen.

    Das Leistungsspektrum wird sich in Zukunft nicht nur an dieser Altersgruppe orientieren können, sondern auch schon die über 50jährigen erfassen müssen. Denn in diesem Lebensabschnitt kann es zu grundlegenden Veränderungen kommen, was sich etwa darin äußert, daß die Kinder das Haus verlassen und auch die Beziehung zum Partner neuer Akzente bedarf. Es gilt also, neue Lebensinhalte und Perspektiven zu schaffen, sowohl hinsichtlich der Zeiteinteilung als auch der finanziellen Fragen. In diesem Zusammenhang kann auch die Krisenberatung eine wesentliche Rolle spielen. Stichworte sind hier: näherrückendes oder vollzogenes Ausscheiden aus der Erwerbstätigkeit, Selbstwertfindung, Partnerverlust. Dies betrifft überdies nicht nur den Bereich der Lebensberatung und der Information, sondern gleichermaßen den Veranstaltungsbereich. Die sportlichen Betätigungsangebote etwa sind nach wie stark auf junge Menschen zugeschnitten, sodaß anzunehmen ist, daß die abnehmende sportliche Betätigung der 50jährigen nicht nur auf fehlendes Interesse, sondern auch auf fehlende Möglichkeiten zurückzuführen ist.

    Aus der Sicht von ExpertInnen ist auch der Pflegebereich noch offen für bedarfsspezifische Beratungs-, Informations- und Betreuungsangebote. Diese betreffen vor allem die Betreuung von Angehörigen, wohingegen die pflegerischen und medizinischen Aufgaben im Bereich der Pflege bereits entsprechend personell ausgestattet sind. Rund 80% der Pflegebedürftigen werden zumindest im Raum Wien von den Angehörigen betreut und diese bleiben mit den Problemen, die sich rund um die Pflege ergeben, häufig ohne Unterstützung. Hier besteht ein entsprechender Beratungsbedarf, der sich auf die Motivation der pflegenden Angehörigen bezieht, auf die Vermittlung der Fähigkeit zum Spannungsabbau, auf Fragen der Qualität und des Komforts im Wohnbereichs, aber auch der adäquaten Intervention in Krisensituationen. Die zu entwickelnden Angebote können hier auch entsprechende Bildungskurse umfassen.

    Ebenfalls zu den Wachstumssektoren der sozialen Dienstleistungen gehört die Technikbetreuung für ältere Menschen. Aus der Sicht der ExpertInnen bestünde - im Gegensatz zur häufig anzutreffenden gegenteiligen Ansicht - durchaus ein großes Interesse älterer Menschen an der Nutzung der neuen Medien und Informationstechnologien. Sie haben aber nicht, wie etwa die Jugendlichen, einen selbstverständlichen Zugang, sondern sind zumeist nicht in der Lage, sich die Nutzungsfähigkeiten selbst anzueignen. Hier kann nur eine individuelle Betreuung weiterhelfen, da es keine Patentlösungen auf der Softwareebene gibt.

    Als nahezu drastisch wird der Bedarf entsprechend qualifiziertem Personal zur Animation und Reisebetreuung älterer Menschen eingeschätzt. Im Unterschied zu anderen Altersgruppen steht bei den Reisen von SeniorInnen das Bildungsinteresse im Vordergrund. Dies erfordert beispielsweise vertiefte historische und kunsthistorische Kenntnisse, wenn eine Reisebetreuung zufriedenstellend sein soll. Daß hier ein großer Bedarf besteht, lasse sich auch daran ablesen, daß die wenigen Angebote von Reiseveranstaltern zumeist mehr als ausgelastet sind. Ähnlich sind auch die Voraussetzungen, unter denen SeniorInnen Weiterbildungsangebote wahrnehmen. SeniorInnen wollen nicht anders behandelt werden, sondern sie wollen andere Inhalte. Dies bedeutet beispielsweise, daß ein Fremdsprachenkurs nicht etwa langsamer durchgeführt werden müßte, sondern eher, daß seine Inhalte sich von den herkömmlichen Kursen unterscheiden: Also nicht kaufmännische Korrespondenz, sondern Konversation, Ländergeschichte usw.

    Auch im Gesundheitswesen ist zunehmend verstärktes Kostenbewußtsein gefordert. Dies wird insbesondere im Bereich des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung zu einer Ausweitung der damit verbundenen Aufgabenfelder führen. In diesem Zusammenhang greifen die mit diesen Aufgaben befaßten Stellen (etwa der Krankenanstaltenverbund, aber auch einzelne Krankenhäuser) schon jetzt auf Angebote von externen Leistungsträgern zurück. Dieser Trend wird sich nach Ansicht der befragten Experten in Zukunft noch verstärken, es ist also davon auszugehen, daß gerade für kleinere, auf bestimmte Fachbereiche spezialisierte Unternehmen zunehmende Betätigungschancen bestehen. Gerade hier ist allerdings eine fundierte Fachkenntnis in den entsprechenden Aufgabenfeldern eine unabdingbare Voraussetzung. Nicht zuletzt deshalb könnte sich dieser Bereich für Teamgründungen eignen, in denen Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich mit Personen zusammenarbeiten, die über die zusätzlich erforderlichen Qualifikationen verfügen. Auf dieser Grundlage könnte das notwendige fachliche Backgroundwissen mit innovativen Qualifikationselementen zu einem systemischen Leistungskonzept verbunden werden.

    So führt der Krankenanstaltenverbund Lehrgänge zum Qualitätsmanagment durch, in die auch externe TrainerInnen und ExpertInnen eingebunden sind. Dies gilt insbesondere für die Ausbildungsfelder Projektmanagement, Moderationstraining und Konfliktmanagement. Um hier erfolgreich tätig werden zu können, müssen die Anbieter allerdings über moderne Kommunikationstechniken und Ausbildungsmethoden verfügen. So wird beispielsweise Frontalunterricht nicht mehr akzeptiert, erwartet werden demgegenüber interaktive Vermittlungsformen.

    Was allerdings für die Fachverbände als Perspektive erkannt wurde, wird von den Krankenanstalten noch nicht im gleichen Ausmaß wahrgenommen. Hier setzt sich die Erkenntnis, daß das gebotene Qualitätsbewußtsein auch entsprechender, gezielter und daher mit Aufwendungen für zusätzliches Personal verbundener Anstrengungen gekoppelt sein muß, erst langsam durch. Viele Krankenhäuser sind beispielsweise noch kaum bereit, hauptberufliche QualitätsmanagerInnen aufzunehmen. Dies könnte allerdings bedeuten, daß diese Funktionen in Zukunft eher in Zusammenarbeit mit Externen wahrgenommen werden, die punktuell und in Kooperation mit den unterschiedlichen Stellen in den Krankenhäusern für bestimmte Aufgaben eingesetzt werden.

    Nach Auskunft der Befragten wird externes Know How vor allem in folgenden Aufgabenbereichen herangezogen werden: Moderation, Methodik der Qualitätssicherung und der damit verbundenen Aufgabenstellungen, Fachmanagement, aber auch Schulung, Zertifikation (ISO 9000), Audit, Selbst- und Fremdevaluierung sowie Beratung hinsichtlich der Umsetzung von Konzepten der Qualitätssicherung. Auch Beratung bei der Leitbilderstellung sowie Strukturanalysen gehören in diesen Zusammenhang.

    Wie im Bereich der traditionellen sozialen Dienstleistungen bietet auch der Kulturbereich kaum mehr unselbständige Beschäftigungsmöglichkeiten. Auch hier haben Budgetrestriktionen und Aufnahmebeschränkungen zu einer Stagnation der vorhandenen Arbeitsplätze geführt. Im Gegenteil, auch der öffentliche Sektor orientiert sich zunehmend an den Möglichkeiten der "neuen" Beschäftigungsformen. So gehen beispielsweise die Museen zunehmend dazu über, neue, akademisch ausgebildete Arbeitskräfte befristet und auf einem vergleichsweise niedrigeren Gehaltsniveau einzustellen, sie aber letztlich mit den gleichen Aufgaben zu betrauen, die auch von den akademischen Beamten durchgeführt werden. Auch von daher mag die Attraktivität der unselbständigen Beschäftigung in diesem Bereich ab- und die selbständige Projekttätigkeit, die zumindest erheblich größere Freiräume bietet, zunehmen.

    Aus der Sicht der befragten Experten gibt es für selbständige Anbieter auch nach wie vor ein Beschäftigungsvolumen, das unter bestimmten Voraussetzungen genutzt werden kann. Mehr als in den oben skizzierten Feldern der sozialen Dienstleistungen ist es allerdings im Kulturbereich notwendig, potentielle Auftraggeber von eigenen Ideen und Konzepten zu überzeugen und sich auf diesem Weg über unterschiedliche Projekte selbst eine berufliche Perspektive zu schaffen. Allerdings ist hier auch die Gefahr relativ groß, daß vor einer festen beruflichen Verankerung, die sich durch laufende Projekttätigkeit auszeichnet, eine längere prekäre Phase der Berufstätigkeit mit immer wiederkehrenden Arbeitslosigkeitsperioden in Kauf genommen werden muß.

    Um auf dem "Projektmarkt" im Kulturbereich beruflich überleben zu können, muß die fachliche Grundqualifikation insbesondere mit einem hohen Maß an Flexibilität verbunden sein. Nur dann ist es möglich, sich mit ständig wechselnden Projektinhalten und unterschiedlichen Rahmenbedingungen zurechtzufinden. Am Beispiel des Museums- und Ausstellungswesens läßt sich zeigen, welche Bestandteile diese geforderte Qualifikationsbreite konkret aufweisen muß. Da es in diesem Bereich keine definierten Berufsfelder gibt, die ständig wechselnde Herausforderungen abdecken würden, muß eine fachliche Grundqualifikation mit einer Reihe von ergänzenden Fähigkeiten verbunden sein. Dieses qualifikationsbezogene Ensemble eröffnet nicht nur die Chance, sich ständig neu zu orientieren, sondern auch, die entsprechende Gelegenheit es tatsächlich wahrzunehmen.

    Am Beispiel des Projektstudiums "Bildungs-, Kultur- und Museumswesen", das an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien angeboten wird, läßt sich dies verdeutlichen. Das Curriculum versucht, alle Herausforderungen abzudecken, die beim Versuch anfallen, sich beruflich als selbständiger Anbieter in diesem Bereich zu etablieren. Es soll die Studierenden befähigen, eine Projektidee zu einem Konzept weiterzuentwickeln, dieses umzusetzen und schließlich abzuschließen. Zu den Ausbildungsschwerpunkten gehören daher die Definition von Zielen und Inhalten, Fragen der Finanzierung, die Erstellung von Kostenplänen, die Entwicklung von Marketingstrategien, Museums- und Ausstellungsdidaktik, aber auch gruppendynamische Fähigkeiten, die auf die Arbeit in einem Projektteam vorbereiten. Während dieses Projektstudiums sollen die TeilnehmerInnen lernen, Spielräume, institutionelle Grenzen und Routinen auszutesten und sich in ihnen zurechtzufinden. Dadurch soll auch der spätere Übertritt in verwandte Berufsfelder ermöglicht werden.

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  • 5.3 Übergreifende Qualifikationsanforderungen
  • Wie bereits angemerkt, handelt es sich bei den für die genannten Tätigkeitsbereiche erforderlichen Qualifikationen zumeist um Brückenqualifikationen. Am Beispiel der Reisebetreuung von SeniorInnen läßt sich dies verdeutlichen: hier ist nicht nur ein profundes historisches Wissen über die Destination erforderlich, sondern auch die Fähigkeit, es gerade dieser Zielgruppe zu vermitteln. Die Fähigkeit, mit älteren Menschen in diesem Zusammenhang zu kommunizieren, auf ihre Bedürfnisse und Interessen einzugehen, wird von den ExpertInnen als dem Fachwissen gleichwertig eingeschätzt. Dies bedeutet auch, daß ein entsprechendes Verständnis für die Gruppendynamik und die Gruppenstrukturen in diesen Zielgruppen vorhanden sein muß, um die angestrebten Betreuungsleistungen erfolgreich durchführen zu können. Dies gilt im übrigen auch für touristische Bemühungen mit den SeniorInnen als Zielgruppe. Als sehr positives Beispiel wurde die Idee bezeichnet, die Einladung zum Schiurlaub mit dem Verleih von Sportgerät und -kleidung und der Garantie zu verbinden, daß kein Schilehrer jünger als 55 Jahre alt ist.

    Ein weiterer wichtiger Qualifikationsbereich gerade für selbständige Anbieter ist die Fähigkeit, mit den zuständigen Stellen der öffentlichen Hand, die in den meisten Fällen ja an der Finanzierung von sozialen Beratungs- und Betreuungsleistungen beteiligt sind, verhandeln zu können. Viele unerfahrene Anbieter scheitern bereits in der Frühphase einer Projekt- oder Auftragsakquisition. Vielseitige, unscharfe und daher für den Auftraggeber unkalkulierbare Konzepte beenden häufig die Geschäftsanbahnung im Anfangsstadium. Gerade für Selbständige, die sich an Aufträgen des öffentlichen Dienstes orientieren - was gerade bei sozialen Dienstleistungen weitgehend unumgehbar ist - müssen eine Idee nicht nur formulieren, sondern auch "verkaufen" können. Auftraggeber erwarten zumeist eine kurze, klar strukturierte Konzeption, die sich aufs Wesentliche konzentriert, Aspekte von Kosten und Nutzen mitbedenkt und insbesondere den langfristigen Gewinn für den Auftraggeber verdeutlicht. Die adäquate Präsentation von Ideen und Konzepten spielt ebenfalls eine gewichtige Rolle.

    Ein Teil dieser Qualifikationen wird sich nur über praktische Erfahrungen sammeln lassen. In der Regel setzt ein Schritt in die selbständige Berufstätigkeit auf hohem Qualifikationsniveau entsprechende Berufserfahrung in einem unselbständigen Beschäftigungsverhältnis voraus. Für JungakademikerInnen, die diese unselbständige Vorphase abkürzen oder umgehen möchten, bleibt nach Ansicht der ExpertInnen nur die Möglichkeit, schon während des Studium praktische Erfahrungen im Sozialbereich zu sammeln und auf diesem Grundstock von praktischen Kenntnissen und Einsichten ein bedarfsgerechtes Leistungsangebot zu entwickeln. Hier ist sowohl die Eigeninitiative gefordert als auch das Bemühen der Universität, Praktikumsgelegenheiten dieser Art systematisch in die Ausbildungspläne einzubauen. Seitens der Stellen der kommunalen Sozialpolitik besteht durchaus entsprechendes Entgegenkommen, auch wenn bisher zumeist nur sporadisch PraktikantInnen Zugang gewährt wurde.

    Die ExpertInnen aus dem Sozialbereich sehen die Bedeutung des Praktikums in Studienrichtungen, die für Berufstätigkeit im Bereich der sozialen Dienstleistungen geeignet sind, allerdings nicht nur auf die Möglichkeit des frühzeitigen Erfahrungssammelns beschränkt. Ein Praktikum könne auch als Orientierungshilfe fungieren, die abseits eines bestehenden theoretischen Interesses eine rechtzeitige Entscheidung ermöglicht, ob dieses Interesse auch unter den konkreten Bedingungen der Berufsausübung aufrechterhalten werden kann. Zugleich läßt sich vor allem in der Praxis feststellen, was an Qualifikationen für eine anforderungsgerechte Berufsausübung noch fehlt. Aus diesem Grund solle in der Mitte des Studiums eine Praktikumsphase verpflichtend eingebaut werden, um noch vor dem Abschluß des Studiums die als fehlend erkannten Wissens- und Qualifikationsbestandteile nachzuholen. So besteht zumindest eine gewisse Gewähr, daß bei Studienabschluß eine im Ansatz auch praktisch-verwertbare Berufsqualifikation zu Verfügung steht.

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  • 5.4 Resumée
  • Wie oben bereits angemerkt, sind die traditionellen Berufsfelder im Sozial-, Gesundheits- und Kulturbereich kaum mehr aufnahmefähig. Die berufliche Perspektive von HochschulabsolventInnen aus jenen Studienrichtungen, die für eine Berufstätigkeit in diesem Sektor infrage kommen, wird sich daher zwangsweise in Richtung selbständige Leistungserbringung verändern. Dementsprechend müßten auch die Ausbildungsprofile diese veränderten Perspektiven aufgreifen. Dies würde bedeuten, daß das Prinzip der Selbstorganisation vermehrt im Studium berücksichtigt wird und die Studierenden lernen, sich nicht nur in der veränderten Arbeitsmarktlage des Sozial- und Kultursektors zurechtzufinden, sondern sich diesen Herausforderungen auch aktiv zu stellen. Sie müssen inhaltlich und methodisch in die Lage versetzt werden, soziale Dienstleistungen selbständig zu planen und durchzuführen, für eine Finanzierung zu sorgen und sich damit selbst einen Arbeitsplatz zu schaffen.

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  • 6. Unternehmensfelder Geld- und Wirtschaftsdienste


  • 6.1 Die Branchenentwicklung als Hintergrund für die Herausbildung neuer Beschäftigungsoptionen
  • Der gesamte Sektor der Geld- und Wirtschaftsdienste befindet sich derzeit in einer Umbruchsphase, die zahlreiche Optionen für junge Unternehmensgründungen eröffnet:

    Wie die internationale Entwicklung zeigt, wird es im Bankenbereich zu weiteren Fusionierungen und damit verbunden auch zu einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen kommen. Bei den österreichischen Großbanken rechnet man mit einem deutlichen Beschäftigungsrückgang innerhalb der nächsten zehn Jahre. Ursachen hierfür sind in der EURO-Umstellung, der Ausweitung der Selbstbedienungsmöglichkeiten und gleichzeitiger Ausdünnung des Filialnetzes zu sehen. Gleichzeitig wird es aber zu einem Anstieg des AkademikerInnenanteils von derzeit 5% auf 10-15% kommen.

    Der Anlagebereich wird sich auch in Zukunft expansiv entwickeln. So wurde von den befragten ExpertInnen angeführt, daß die Verfügbarkeit des Vermögens in Österreich immer noch unterschätzt wird. Demnach stellt der Bereich der Vermögensberatung ein stetig wachsendes Geschäftsfeld dar. Demgegenüber steht ein wenig ausdifferenziertes Standardangebot der Banken.

    Im Zuge der Umstrukturierungen im System der Altersvorsorge gewinnt die dritte Säule, die private Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung. Dies führt zu einer Ausweitung des Marktsegments der Eigenpension und privaten Altersvorsorge.

    Durch das Fortschreiten des Outsourcing von derzeit noch im Unternehmen erbrachten Dienstleistungen, wie etwa Buchhaltung, Cash-Management, Anlagenmanagement, Kostenrechnung, Umstellung auf den EURO und auf das Jahr 2000, wird es in den nächsten Jahren ebenfalls zu einer deutlichen Nachfragesteigerung in diesem Bereich kommen. Darüber hinaus können sich viele Klein- und Mittelbetriebe kein eigenes Personal für diese Agenden leisten und müssen daher die Leistungen extern zukaufen.

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  • 6.2 Konkrete berufliche Optionen und Qualifikationsanforderungen


  • 6.2.1 Wirtschaftsdienste
  • Die Ausübung der Tätigkeit eines/einer UnternehmensberaterIn, die/der vorwiegend im Bereich der Strategieentwicklung und Produktberatung aktiv ist, ist an eine entsprechende Konzession gebunden, für die die Ablegung einer entsprechenden Prüfung Voraussetzung ist. Die Zulassung erfolgt nur nach einigen Jahren Berufspraxis. Vor diesem Hintergrund ist dieses Berufsfeld für gründungswillige JungakademikerInnen wenig geeignet. Ähnlich verhält es sich bei WirtschaftstreuhänderInnen und SteuerberaterInnen. Auch bei diesen Gruppen handelt es sich um ständisch regulierte Berufsbereiche, zu denen der Zugang nur über stark reglementierte und kontrollierte Korridore möglich ist. Ein Tätigkeitssegment für Jungselbständige im Bereich Unternehmensberatung stellt derzeit nur eine Art qualifizierte Zuarbeit dar. So wird bei Unternehmensberatungsprojekten zunehmend eine Spezialrecherche über den jeweiligen Markt durchgeführt, was das Einholen spezifischer Informationen über sämtliche Anbieter beinhaltet. Diese Recherchearbeit hat ein Auftragsvolumen in der Größenordnung von etwa 10.000,- ATS. Um von Aufträgen dieser Art den Lebensunterhalt bestreiten zu können, bedarf es einer Reihe ähnlicher Aufträge. Insofern ist diese Tätigkeit als Möglichkeit zum Einstieg und Praxiserwerb von WirtschaftsstudentInnen zu sehen.

    Ansatzpunkte für berufliche Optionen von Selbständigen im Bereich Geld- und Wirtschaftsdienste ergeben sich aus dem ungedeckten Beratungsbedarf bei Klein- und Mittelbetrieben, bei denen die befragten ExpertInnen noch umfassende Professionalisierungslücken orten. Folgende Aufgabenbereiche sind prinzipiell abzudecken: Cash-Management, Finanzbuchhaltung, Kostenrechnung, Kommunikation/Öffentlichkeitsarbeit, Anlagenmanagement, Steuer, Umstellung auf das Jahr 2000 und den EURO, Lobbying, Marketing und Investitionsplanung. Diese Bereiche werden gerade in Klein- und Mittelbetrieben aber nur teilweise oder gar nicht abgedeckt, da der anfallende Arbeitsaufwand eine Fachkraft mit Spezialwissen nicht auslasten würde.

    Tabelle 12: Dienstleistungsbedarf in Klein- und Mittelbetrieben

    Funktionsbereiche

    Bedarf

    Cash-Management

    4

    Finanzbuchhaltung

    O

    Kostenrechnung

    O

    Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit

    O

    Anlagenmanagement

    O

    Steuern

    4

    Umstellung 2000

    O

    Umstellung EURO

    4

    Lobbying

    O

    Marketing

    4

    Investitionsplanung

    4

    Erläuterung: O = ungedeckter Bedarf an Dienstleistungen; 4 = Bedarf durch freie Berufe abgedeckt

    Die vorhandenen Kompetenzlücken wären ein Anknüpfungspunkt für ein entsprechendes Dienstleistungsangebot. Die Bereiche Steuern, Cash-Management, EURO-Umstellung, Marketing und Investitionsplanung werden zum Großteil von SteuerberaterInnen ausgefüllt. Diese Tätigkeit setzt eine entsprechende Konzession voraus, kommt somit für gründungsbereite JungakademikerInnen kaum in Frage. Eine Ausnahme bildet eine unselbständige Beschäftigung in einer Steuerberatungskanzlei. Daneben gibt es aber eine Reihe von Funktionsbereichen, die durch die klassischen wirtschaftsnahen Dienstleistungsberufe (SteuerberaterIn, WirtschaftstreuhänderIn, UnternehmensberaterIn) nur unzureichend abgedeckt werden. So gehen Schätzungen davon aus, daß 50-80% der Kleinbetriebe keine Kostenkalkulation durchführen, sondern sich bei der Preisgestaltung allein an der Preissetzung der lokalen Konkurrenz orientieren. Dies führt auch dazu, daß Kleinbetriebe zumeist keinen Überblick über die Rentabilität der einzelnen Produkte ihres gesamten Sortiments haben.

    An diesem Bedarf der Kleinbetriebe könnten selbständige JungakademikerInnen ansetzen, insbesondere dann, wenn sie über entsprechende wirtschaftsbezogene Kenntnisse verfügen und zugleich einen Überblick über verfügbare EDV-Lösungen haben. Das Ziel der Dienstleistung besteht darin, die Marktbedingungen der Kleinbetriebe zu sondieren und darauf aufbauend ein maßgeschneidertes EDV-gestütztes Kostenrechnungssystem anzubieten. Damit wären Kleinbetriebe wie beispielsweise die Bäckerei ums Eck in die Lage versetzt, die Produktpalette und die Preissetzung auf der Grundlage empirischer Kostenrechnung effizienter zu gestalten. Als weitere Bereiche neben der Kostenrechnung, die bei Kleinbetrieben stark vernachlässigt werden oder vielfach ausgelagert werden, sind zu nennen: Buchhaltung, Kommunikation, Anlagenmanagement, Umstellung auf 2000 und das Lobbying. Hier könnten JungakademikerInnen aus dem Bereich Wirtschaftswissenschaften, die sich darauf spezialisiert und bereits Erfahrung gesammelt haben, als BreitbandanbieterInnen profilieren, die mehrere Bereiche abdecken und die Entwicklung von EDV-gestützen Systemen in ihr Diensteangebot integrieren. Zielgruppe wären in erster Linie Kleinbetriebe in der Region, die durch direct-mailing-Aktionen auf das Dienstleistungsangebot aufmerksam gemacht werden könnten. Auch über eine stärkere Informationsdiffusion durch Kammern und Berufsvertretungen könnte der Bekanntheitsgrad der AnbieterInnen gesteigert werden.

    Gerade für AbsolventInnen von Exportlehrgängen, die an mehreren Unis angeboten werden, bietet sich der/die ExportberaterIn für Klein- und Mittelbetriebe als Option zur Firmengründung an. Diese Betriebe sind gerade im Zuge der Westöffnung (Richtung EU) und Ostöffnung (zu den MOEL) bestrebt, ihre Absatzmärkte zu vergrößern. Dazu bedarf es entsprechender Aktivitäten im Zielland, wie der Exploration von Marktsegmenten oder der Suche nach Kooperationspartnern (z.B. Importeure). Diese Aktivitäten können aber aufgrund fehlender Ressourcen und/oder Kompetenzen nicht von den Firmen selbst durchgeführt werden. Selbständig tätige ExportberaterInnen könnten deshalb ihre Dienste mehreren Firmen anbieten.

    Gerade auch im Zuge der Osterweiterung werden entsprechende Sprachkenntnisse zu einem wichtigen Faktor funktionierender Wirtschaftsbeziehungen zwischen Firmen in den MOEL und in Österreich. Vor diesem Hintergrund ist eine steigende Nachfrage nach den Diensten von Übersetzungsbüros zu erwarten. Dies wäre eine Gründungsoption für Auswanderer aus den Oststaaten, die in Österreich studiert und sich zweisprachig spezialisiert haben. Hier könnten sich etwa mehrere Personen zu einem Büro zusammenschließen, das via mailing-Aktionen seine Dienste bekannt macht.

    Am fehlenden Wissen der meisten Klein- und Mittelbetriebe über das relevante Angebot bei wirtschaftsnahen Dienstleistungen könnte eine weitere Gründungsoption ansetzen: der Aufbau und der laufende Betrieb einer DienstleisterInnenbörse. Nach Ansicht der befragten ExpertInnen stehen die meisten Klein- und Mittelbetrieb oftmals vor dem Problem, für bestimmte Aktivitäten, wie beispielsweise die Durchführung einer Werbekampagne oder einer Werbeaussendung, nur über ein begrenztes Budget zu verfügen und zudem keine Werbeagentur oder GrafikerIn zu kennen, der/die den gestalterischen Vorstellungen entspricht. Eine eigenhändige Recherche unterbleibt zumeist aufgrund des hohen zeitlichen Aufwands. Der Aufbau eines entsprechenden Netzes von Selbständigen aus verschiedenen Bereichen wie Grafik, Werbung, Wirtschaftsdienste, die einzelne Bereiche der Dienstleistungsnachfrage von Kleinbetrieben abdecken, wäre eine Option für selbständige JungakademikerInnen. Betriebe, die sich mit einem spezifischen Beratungsbedarf an die DienstleisterInnenbörse wenden, erhalten gegen eine geringe Gebühr Informationen über das Leistungsspektrum von AnbieterInnen aus dem Pool.

    Dieses Modell hätte den Vorteil, daß in dem Pool von DienstleisterInnen auch neue Selbständige eingebunden werden könnten, für die sich auf diese Weise ein größerer Markt eröffnet. Als Nachteil wird ins Feld geführt, daß die Aufbauarbeit relativ viel Zeit beansprucht, bis ein komplettes Netz von DienstleisterInnen zur Verfügung steht. Während dieser Zeit ist kaum mit Einnahmen zu rechnen.

    Neben den Wirtschaftsdiensten, die sich auf betriebswirtschaftliche Aspekte der Geschäftstätigkeit beziehen, lassen sich auch Tätigkeitsbereiche ausmachen, die an der Optimierung des Produkt- und Diensteangebots in bestimmten Wirtschaftssektoren ansetzen. Ein von den ExpertInnen genannter Beruf ist der des/der TourismusberaterIn. Ein Teil des Rückgangs im österreichischen Fremdenverkehr sei nach ExpertInnenmeinung auch auf das unzureichende Qualitätsniveau gerade im mittleren Preissegment zurückzuführen. Für Verbesserungen bedarf es aber zumeist vorausgehender Fachberatung durch entsprechend ausgebildete TourismusberaterInnen, die für einzelne Betriebe ein entsprechendes Konzept ausarbeiten. Dies könnte in Kooperation mit regionalen Fremdenverkehrsverbänden erfolgen. Diese Gründungsperspektive wäre für AbsoventInnen wirtschaftswissenschaftlicher Ausbildungsgänge mit Schwerpunkt ‘Tourismus’ attraktiv.

    Die bisherigen Erwerbsoptionen beziehen sich in erster Linie auf Wirtschaftsdienste für Klein- und Mittelbetriebe, bei denen es nach Ansicht der ExpertInnen noch deutliche Profesionalisierungsreserven gibt. Aber auch bei Mittel- und Großbetrieben lassen sich in der Arbeitsorganisation Entwicklungen ausmachen, die ein Betätigungsfeld für ExistenzgründerInnen wären. Dabei handelt es sich im wesentlichen um die Verknüpfung von Wirtschaftsdienstleistungen mit EDV-Lösungen, wie etwa EDV-gestütztes Controlling, Finanz- und Rechnungswesen aber auch EDV-gestützte Fertigungsüberwachung. Dies sind Felder, die teilweise von Wirtschaftstreuhändern immer stärker besetzt werden, die aber keinem Schutz durch spezielle Konzessionierungen unterliegen, wie der Großteil der sonstigen Wirtschaftsdienste, und deshalb noch leicht von freiberuflichen Spezialisten ausgeführt werden können.

    Auch für die Planung, Einrichtung und Wartung von Informations- und Kommunikationsnetzen besteht bei Großfirmen ein zunehmender Bedarf. Die Tendenz geht dazu, daß Großbetriebe beispielsweise erprobte Intranet-Lösungen nachfragen. Diese Entwicklung schafft Möglichkeiten für NetzwerkspezialistInnen, die neben stärker technisch ausgerichteten Kenntnissen auch zunehmend kaufmännisches Wissen und Kenntnisse der Organisationsabläufe aufweisen sollten. Neben der Einrichtung von Netzwerken wird auch Beratung und technische Unterstützung bei der Nutzung neuer Kommunikationsformen, wie etwa Videokonferenzen oder Chats, immer stärker nachgefragt.

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  • 6.2.2 Geldanlage
  • Aufgrund eines wenig ausdifferenzierten Standard-Anlageangebots der Banken und deren geringer Bereitschaft zur Entwicklung von Anlagemodellen, die an den spezifischen Rahmenbedingungen der KundInnen ausgerichtet sind, konnte sich der Bereich der bankenexternen Vermögens- und Anlageberatung in den letzten Jahren boomartig entwickeln. Hinzu kommt, daß in Österreich das Ausmaß des Privatvermögens sehr hoch und damit der Umfang der Zielgruppe für VermögensberaterInnen recht beachtlich ist.

    Nach Ansicht von ExpertInnen bietet dieser Markt derzeit durchaus noch Chancen für selbständige MarkteinsteigerInnen. Allerdings zeichnet sich bereits eine Professionalisierungstendenz ab, die mit einer stärkeren Reglementierung des Zugangs verbunden sein wird. Will man als VermögensberaterIn erfolgreich sein, so setzt dies voraus, daß man sich bereits während des Studiums umfassende Expertise aneignet. Als nahezu unerläßlich wird von den befragten ExpertInnen die mehrjährige Mitarbeit (3-4 Jahre) in einer Beratungsfirma gesehen. Derzeit werden auch von größeren international agierenden Anlageberatungsfirmen Franchise-Partner gesucht, die bewährte und bekannte Produkte, sprich Anlagemodelle, vertreiben.

    Als wichtige Voraussetzung wird neben der Berufserfahrung auch die laufende Abschätzung der Zukunftschancen gesehen. Dies erfordert für einzelne Produkttypen die Erarbeitung eines EDV-gestützen Prognosesystems, das alle zentralen Parameter der Nachfrage enthält.

    Da es sich bei der Geldanlage oft um abstrakte Materie handelt, ist es für den Erfolg der Verkaufsstrategie unerläßlich, die Präsentationstechniken so zu perfektionieren, daß selbst wenig greifbare und ‘trockene’ Sachverhalte für potentielle KundInnen deutlich und verständlich werden.

    Im Zuge der Ausweitung der privaten Altersvorsorge und der stärkeren Ausdifferenzierung der privaten Sicherungsmodelle wird auch dieser Bereich in Zukunft ausgeweitet werden. Da der Bereich der Versicherungsberatung zunehmend auf der Basis selbständiger UnternehmerInnen organisiert ist, könnte auch diese Option für JungakademikerInnen zum Tragen kommen, vor allem, wenn es um den Vertrieb von Spezialprodukten geht, die eine umfassende Beratung erforderlich machen.

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  • 6.3 Übergreifende Qualifikationsanforderungen
  • Als zentrale Anforderung an FirmengründerInnen im Bereich der Geld- und Wirtschaftsdienste wird die Berufspraxis während des Studiums gesehen. Beispielsweise sollte einE VermögensberaterIn bereits während des Studiums Erfahrungen mit dem Aktienkauf und -verkauf gesammelt haben, um auf diese Weise die Abläufe und Mechanismen im Börsengeschäft näher kennen zu lernen. Für den Bereich Vermögensberatung, Steuerberatung und Controlling wird von einigen InterviewpartnerInnen jedoch auch die Praxis bei entsprechenden Firmen empfohlen. Von Vorteil dabei ist die Spezialisierung auf ein bestimmtes Dienstleistungsangebot, dem auch durch die entsprechende Schwerpunktsetzung im Studium Rechnung getragen wird.

    Als weitere Persönlichkeitseigenschaft wurde ein hohes Aktivitätsniveau und Engagement genannt. StudentInnen, die ‘brav’ das Studium strikt nach Studienordnung absolvieren und die dem Studium ihr Hauptaugenmerk widmen, kommen für die selbständige Erwerbstätigkeit nicht in Frage. Nur wer neben dem Studium politisch aktiv war, sich in Vereinen engagiert hat, berufliche Erfahrung gesammelt hat oder sich bereits eine Einkommenquelle geschaffen hat, etwa durch die Herstellung und den Vertrieb von Vorlesungsskripten, erwirbt Kompetenzen, die für den Aufbau einer Selbständigenexistenz unerläßlich sind.

    Das Segment der Geld- und Wirtschaftsdienste ist ein Bereich, in dem persönliches Vertrauen zwischen der/dem AnbieterIn und der/dem Kundin/en eine wichtige Geschäftsgrundlage bildet. Nur wer zum/zur BeraterIn Vertrauen entwickelt, wird auch bereit sein, diesem das Vermögen zur Veranlagung anzuvertrauen. Der/die BeraterIn muß deshalb im Kundenkontakt entsprechendes Verantwortungsgefühl und Ernsthaftigkeit an den Tag legen und gleichzeitig über die Erfahrung Kompetenz vermitteln. Dies begünstigt potentiell jene, die bereits über einen längeren Zeitraum Erfahrungen gesammelt haben. Allerdings gelingt es nach Ansicht der InterviewpartnerInnen auch jungen Menschen ohne entsprechenden Praxishintergrund, dieses Vertrauensverhältnis aufzubauen.

    Der Hauptfokus der Angebote im Bereich Geld- und Wirtschaftsdienste liegt in der Entwicklung von Lösungen, die auf die individuellen Rahmenbedingungen der KundInnen hin maßgeschneidert sind. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit zu kundennaher Orientierung. Der Erfolg einer/eines VermögensberaterIn wird davon abhängen, inwieweit es ihr/ihm gelingt, eine Veranlagungsform anzubieten, die von den traditionellen Standardangeboten der Banken abweicht und auf die individuelle Risikoorientierung, Ertragserwartung und Zeitperspektive abstellt. Ein anderes Beispiel kundennaher Orientierung wäre eine Beratung für Kleinbetriebe, die sich an der Erarbeitung einer betriebsspezifischen Lösung zur Kostenrechnung oder eines Warenwirtschaftssystems orientiert.

    Ein Kompetenzbereich, der immer vordringlicher wird, ist das Informations- und Wissensmanagement. Als Manko der Universitätsausbildung wurde deren Orientierung auf Wissensanhäufung angeführt. StudentInnen müßten Unmengen reinen Faktenwissens anhäufen, das später kaum zur Anwendung kommt und überdies ständiger Aktualisierung unterliegt (z.B. bei Gesetzen). Stattdessen wäre es wichtig, daß Kenntnisse darüber vermittelt werden, wo entsprechendes Wissen vorhanden ist, wie dieses Wissen abgerufen werden kann und wie es bedarfsgerecht aufbereitet wird. Dies ist umso wichtiger, als gerade bei den Geld- und Wirtschaftsdiensten auch verstärkt Interdisziplinarität gefragt ist. Neben Wirtschaftskenntnissen werden auch Organsiationsberatungs-, EDV- und juristische Kenntnisse verlangt. Als Folge dieser Entwicklung werden sich neben den real kommunizierenden Arbeitsgruppen zunehmend virtuelle Teams für die Bearbeitung abgegrenzter Arbeitsprojekte herausbilden. Die PartnerInnensuche erfordert Kenntnisse über neue Suchkanäle und Kommunikationsmedien.

    Die geforderte Flexibilität bezieht sich auf das rasche Erkennen von Hindernissen bei der Realisierung der Geschäftsziele und eine flexible Reformulierung der Geschäftsstrategien. Rasche Problemdiagnose und flexible Reorganisation der Geschäftsstrategie sind wichtige Kompetenzen.

    Dabei kann es in der Praxis jedoch nicht allein darum gehen, möglichst viele persönliche Eigenschaften und fachlichen Kenntnisse zu maximieren, denn teilweise schließen sich diese gegenseitig aus. Vielmehr sollte die Ausrichtung der beruflichen Selbständigkeit dahin gehen, die eigenen Interessen und Stärken zu erkennen, auszubauen und hartnäckig zu verfolgen.

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  • 6.4 Zugangskanäle
  • Als eine wichtige Einstiegsoption in die Selbständigkeit wurde von allen Befragten die Übernahme von bereits bestehenden Betrieben genannt, die derzeit noch ohne NachfolgerIn sind. Das Potential wird auf etwa 30.000 Betriebe geschätzt. Eine wichtige Vermittlungsinstanz könnte in diesem Zusammenhang eine Nachfolgebörse sein.

    Gerade für jene, die bei der Gründung einer eigenen Firma auf bewährte Strukturen zurückgreifen, bietet sich das Franchise-System an. Derzeit werden in Österreich etwa 3.000 Franchise-Pakete angeboten, wobei zunehmend auch Angebote aus dem Bereich der wirtschaftsnahen Dienste zu finden sind. Beispiele sind etwa das Vermögensberatungs-Franchising von großen Anlageberatungsfirmen, die es Jungselbständigen ermöglichen, mit bescheidenem Eigenkapital in das Vermögensberatungsgeschäft einzusteigen.

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  • 6.5 Anforderungen an Universitäten
  • In den ExpertInneninterviews wurde immer wieder Kritik an der Praxisferne der Universitätsausbildung laut. Ein möglicher Weg zur Umorientierung wäre eine stärkere Kooperation der Universitäten mit der Wirtschaft. Dies könnte etwa dadurch bewerkstelligt werden, daß Wirtschaftstreibende als LektorInnen Lehrveranstaltungen abhalten, in denen an den Problemen des Arbeitsalltags orientierte Wissensvermittlung stattfindet. Beispiele wären Veranstaltungen, die sich mit Problemen bei Firmenfusionierungen ergeben oder die sich mit Lösungsmöglichkeiten der Krise in der Bauwirtschaft widmen, bei denen unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten in ihren Konsequenzen durchgespielt werden. Als Vorbilder werden von den Befragten meist Lehrveranstaltungen an amerikanischen Universitäten angeführt.

    Als wenig zielführend wurde von den ExpertInnen die Einführung eines Lehrstuhls für Unternehmensführung beurteilt. Hier bestünde die Gefahr, daß man an den traditionellen Formen der Wissensvermittlung im universitären Elfenbeinturm verhaftet bleibt.

    Darüberhinaus wird die ‘Entrümpelung’ der Studienpläne und die Erweiterung des Seminarangebotes für wichtig erachtet. Im Vordergrund dieser Umstrukturierung sollte die Ausdünnung von Bereichen stehen, die auf die bloße Akkumulation faktischen Wissens abstellen. Stattdessen sollten jene Bereiche forciert werden, die StudentInnen zu Flexibilität und Kreativität anhalten und Bereiche, die ihnen das Wissen darüber vermittelt, auf welche Weise entsprechendes Wissen beschafft werden kann.

    Als wichtiger Aspekt wird auch die Ausweitung der Interdisziplinarität gesehen. Beispielhaft wurde der Fachhochschul-Studiengang ‘Marktkommunikation’ genannt, in dem verschiedenste Aspekte, wie beispielsweise PR, Marktforschung und Öffentlichkeitsarbeit, verknüpft sind.

    Von einem Trendforscher wurde im Zusammenhang mit der universitären Ausbildung auch die Tendenz zur Abwertung von Universitätsdiplomen angeführt. Da sich eine neue Symbiose von Theorie und Praxis in absehbarer Zukunft nicht abzeichnet, gewinnen Abschlüsse, die außerhalb der Universitäten erworben werden, zunehmend an Bedeutung. Gerade Konzerne werden zunehmend in praxisorientierte Ausbildung investieren. So wird ein Diplom von Microsoft mehr Bedeutung erlangen als ein Universitätsdiplom.

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  • 6.6 Resumée
  • Die klassischen Berufsfelder bei Geld- und Wirtschaftsdiensten (z.B. UnternehmensberaterIn, WirtschaftstreuhänderIn, SteurberaterIn) bieten aufgrund restriktiver Zugangskorridore nur wenige Chancen für JungakademikerInnen, die sich selbständig machen wollen. Allerdings gibt es gerade bei Klein- und Mittelbetrieben eine deutliche Professionalisierungsreserve, was sich in einem gestiegenen Bedarf nach Dienstleistungen im Bereich Kostenrechnung, Vermögensmanagement, Buchhaltung, Öffentlichkeitsarbeit und Umstellung auf das Jahr 2000 niederschlägt. Hier wäre ein Betätigungsfeld für selbständige QuerschnittsanbieterInnen auszumachen.

    Der Bereich der Anlageberatung bietet eigentlich nur jenen JungakademikerInnen eine Gründungsperspektive, die bereits während des Studiums ausreichend Erfahrungen sammeln und in einem Team von AnlageberterInnen mitarbeiten.

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  • 7. Unternehmensfelder IuK-Bereich


  • 7.1 Die Branchen- und Beschäftigungsentwicklung im IuK-Bereich
  • Das Spektrum der Meinungen über die Auswirkung der Informationsgesellschaft auf die Beschäftigungsentwicklung weist eine große Bandbreite auf. Von der Befürchtung massiver Arbeitsplatzverluste bis zur Hoffnung auf eine Entspannung der Beschäftigungskrise durch verbesserte Wettbewerbsfähigkeit aufgrund von Prozeßinnovationen und Produktivitätssteigerungen reichen die Ergebnisse von Expertisen der letzten Jahre. Unbestritten ist, daß durch die Vernetzung erhebliche Potentiale zur Produktivitätssteigerung vorhanden sind. Dadurch sind auch die Erwartungen an die Beschäftigungsentwicklung vor allem in den informationsintensiven Dienstleistungsbereichen abgeschwächt (Hofmann & Christoph, 1996a, S.17). Generell ist zu erwarten, daß die Beschäftigungsentwicklung im IuK-Bereich je nach Teilsektor sehr unterschiedlich verlaufen wird. Untere Tabelle gibt einen Überblick über die einzelnen Sektoren:

    Tabelle 13: Übersicht über die Teilbereiche des IuK-Sektors

    Teilbereich

    1. Hersteller von Telekommunikationsausrüstungen

    2. Hersteller von EDV-Geräten

    3. Hersteller von Unterhaltungselektronik

    4. Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen

    5. Urheberrechtsindustrien

    5.1 Content-Provider (Anbieter von Informationen und Inhalten oder: "Industrie für Informationsinhalte")

    5.1.1 Gedruckte Veröffentlichungen (Zeitungen, Bücher, Zeitschriften, nicht-kommerzielle Veröffentlichungen von Unternehmen)

    5.1.2 Elektronisches Publizieren (On-Line-Datenbanken, Videotex-Dienste, Audiotex-Dienste, Fax- und CD-basierte Dienste, Videospiele)

    5.1.3 Audiovisuelle Industrie (Fernsehen, Video, Radio, Audio und Kino)

    5.2 Produzenten von EDV-Software

    Quelle: Hofmann 1996b

    Der Bereich Telekommunikation wird durch die Hersteller von Telekommunikationsausrüstungen und die Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen abgedeckt. Im Jahr 1994 wurde in der Europäischen Union in diesem Teilbereich ein Umsatz von rund 133 Mrd. ECU ermittelt, der Beschäftigtenstand belief sich auf rund 1,2 Mio. Personen. Trotz eines starken Umsatzwachstums, das für den Telekommunikationssektor erwartet wird, ergeben die Abschätzungen für diesen Bereich mittelfristig eher sinkende Beschäftigtenzahlen. Bei den traditionellen europäischen Netzwerkbetreibern (Public Telecommunication Operator) war bereits zwischen 1982 und 1992 ein Beschäftigungsrückgang von rund 8% zu verzeichnen. Allerdings besteht die Chance in liberalisierten Märkten, die Tendenz durch zusätzlich Beschäftigte bei neu in den Markt eintretenden Unternehmen auszugleichen.

    Ein ähnliches Muster zeigt sich für den Ausrüstungssektor und den Bereich der Unterhaltungselektronik: es wird eher eine rückläufige Beschäftigungsentwicklung erwartet, erreicht durch den Produktivitätsfortschritt und den geringen Anteil der europäischen Produktion am europäischen Wirtschaftswachstum. Im Jahr 1994 betrug der Umsatz in diesem Teilbereich rund 43 Mrd. ECU für die Europäische Union, die Zahl der Beschäftigten belief sich auf rund 320.000 Personen. Für neue Unternehmen wird es daher sehr schwierig sein sich in diesem Bereich auf dem Markt zu positionieren.

    Als Hoffnungsbereich gilt demgegenüber der Bereich der Urheberrechtsindustrien, wobei auch hier durch schwer zu ziehende Abgrenzungen die Schätzungen eher vorsichtig bleiben bzw. voneinander differieren. Der für den IuK-Bereich maßgebliche Teilbereich der Content-Provider (Industrie für Informationsinhalte) hatte im Jahr 1994 rund 150 Mrd. ECU Umsatz in der Europäischen Union zu verzeichnen, der Beschäftigtenstand betrug rund 2 Mio. Beschäftigte. Bei einzelnen Teilbereichen, wie Internet-Diensten und der Multimedia-Produktion werden sehr hohe Wachstumsraten erwartet, die bei einer Gesamtschau aber auf der anderen Seite durch größere Verluste im Bereich der traditionellen Printmedien kompensiert werden. Ebenso müssen für den EDV-Software-Bereich allzu optimistische Prognosen zurückgenommen werden, da die Vormachtstellung der USA sich weiterhin behaupten wird und zunehmende Konkurrenz aus Indien und Osteuropa zu erwarten sein wird.

    Eine Analyse (Aichholzer 1997) der aktuellen Studien zu Beschäftigung und Informationsgesellschaft kommt unter anderem zu dem Ergebnis, daß der IuK-Sektor eher positive Effekte für Wachstum und Beschäftigung hat. Dies gilt insbesondere - zumindest längerfristig - bei rascherer Liberalisierung und/oder schnellerer Diffusion neuer Technologien. Die generell positive Stimmung kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, daß es zu massiven Umschichtungen zwischen den Sektoren kommen wird.

    Die sektorale Entwicklung des IuK-Bereiches führt auch dazu, daß die Informationsgesellschaft für einzelne Berufsgruppen Vorteile, für andere aber wesentliche Nachteile nach sich zieht, sodaß zwischen Verlierer-Berufen, Gewinnern und Berufen, die eine Veränderung erfahren werden, unterschieden werden kann (AD-EMPLOY 1995). Zu den Verliererberufen zählen alle Bereiche, die durch entsprechende Maschinen ersetzt werden können, vor allem alle Hilfstätigkeiten und Routinearbeiten im Bereich manueller, mechanischer oder chemischer Prozesse, face-to-face-Services durch automatische Maschinen wie Telefondienste oder Reinigungsroboter und humanmediatisierte Dienste durch automatisierte Dienste, wie Kreditkartencheck, Stimmenerkennung, etc.

    Andererseits wird es eine Fülle von Gewinner-Berufen geben. Hoch professionalisierte Informations- und Beratungskräfte dürften das Gros der neuen Berufe darstellen. Diese Personen sind mit dem Generieren und Strukturieren von Informationen befaßt, die durch die Netze fließen und sind beispielsweise tätig als NetzwerkunternehmerInnen, SpezialistInnen für grafische Präsentationen, SoftwareproduzentInnen oder SystemmanagerInnen. Dementsprechend lautet die Liste der Gewinner: Ingenieure und HochschulabsolventInnen mit technisch-wissenschaftlichen, informations- und medienbezogenen Qualifikationen, sowie neue dienstleistungsorientierte KleinunternehmerInnen und On-line KundenbetreuerInnen. Voraussetzung ist allerdings auch die Kompetenz in wesentlichen Schlüsselqualifikationen. Benötigt werden vor allem kommunikative Fähigkeiten genauso wie technisches Wissen im Umgang mit Computern, Flexibilität und Problemlösungskompetenzen.

    Neben den Gewinnern und Verlierern erfahren eine Fülle von Berufen eine Neu- und Umorientierung durch die IuK-Medien:

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  • 7.2 Konkrete berufliche Optionen und Qualifikationsanforderungen
  • Die beruflichen Optionen im IuK-Bereich sind sehr breit gestreut. Im wesentlichen können alle von den ExpertInnen genannten und dargestellten Berufe und Unternehmensoptionen vier Bereichen zugeordnet werden:

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  • 7.2.1 Multimedia-Unternehmen
  • Im Jahr 1995 wußten noch 43,5% der Europäer nicht, was das Internet ist. Zwei Jahre später reduzierte sich dieser Anteil auf 3%. Mit dem Stichtag 31.10.1997 wurden rund 4,4 Millionen Hosts in der Europäischen Union gezählt. Das Medium Internet hat in der letzten Zeit daher einen rasanten Bedeutungszuwachs erfahren, der es nahelegt über Beschäftigungschancen im Zusammenhang mit dem Medium nachzudenken. Es ist zu erwarten, daß die Zahl der Multimediaproduktions- und Dienstleistungsbetriebe in den nächsten Jahren im Steigen begriffen ist. Die zumeist kleinen Unternehmen treten auch in Kooperation mit Werbeagenturen, Grafikstudios oder Verlagen und können von daher eine flexible Organisations- und Mitarbeiterstruktur aufweisen.

    Derzeit werden Web-Seiten noch zum größten Teil von Laien erstellt: Laut einer Umfrage von GVU im Jahr 1996 (vgl. Hummel 1998, S.14) haben nur 15% bis 17% der DesignerInnen von Webseiten entsprechende Kurse besucht. Nur rund ein Drittel der Web-AutorInnen war hauptberuflich mit der Gestaltung von Web-Seiten beschäftigt. Es kann daher gesagt werden, daß Web-Seiten derzeit überwiegend von nicht professionell und von semiprofessionell Agierenden gestaltet werden. Professionelle Angebote im größeren Umfange sind erst im entstehen.

    In dieser Marktnische können zahlreiche Unternehmen entstehen. Web-DesignerInnen bzw. Online-DesignerInnen entwerfen und gestalten Bildschirmoberflächen für Web-Sites im Rahmen von Produkt-, Service- und Unternehmensinformationen. Durch die Verwendung von Links enthält das Medium "Web-Site" einen spezifisch-eigenen Charakter und kann daher nicht unbedingt mit klassischen grafischen Arbeitsbereichen auf eine Ebene gestellt werden. Der Aspekt der Klarheit und Übersichtlichkeit, schnelle Erfaßbarkeit der Inhalte und eine ansprechende Gestaltung stehen im Vordergrund. Web-DesignerInnen müssen daher in der Lage sein, die Anforderungen und Wünsche der AuftraggeberInnen selbständig in eine optimale Monitorgestaltung überzuführen.

    Den wichtigsten Stellenwert an Fach- und Methodenkompetenzen nehmen bei diesem Beruf oder Tätigkeitsbereich Kenntnisse im Bereich von Grafik und Design, sowie Programmierkenntnisse (z.B.: Hypertext, Java, Visual-Basic) und Kenntnisse im Umgang mit EDV-Programmen (z.B.: Photoshop) ein. Dem Allgemeinwissen kommt im Vergleich zu anderen neuen Berufsfeldern ein relativ hoher Stellenwert zu. Dies hat mit dem Umstand zu tun, daß die Situation und der Kontext der KundInnen erfaßt werden muß, um eine zufriedenstellende Lösung erarbeiten zu können. Nicht zuletzt ist ein gewisser Einblick in die mediendidaktischen Grundlagen wesentlich. Weiters wird Teamarbeit bei fortschreitender Professionalisierung dieses Tätigkeitsbereiches immer häufiger werden.

    Es ist anzunehmen, daß in Zukunft mit - sich bereits in Ansätzen abzeichnenden - steigenden Ansprüchen an die grafische Qualität der Webseiten Personen mit einer Informatikausbildung und geringen Kompetenzen im grafischen Bereich und Designbereich wahrscheinlich weniger gefragt sein werden als Personen mit einem differenzierten Design- und Grafik-Know-how, die sich die notwendigen Computerkenntnisse autodidaktisch oder über Weiterbildungskurse angelernt haben.

    Dem Web-Design verwandt ist das Feld des Multimedia-Designs. Multimedia-DesignerInnen (kurz: MM-DesignerInnen) oder Screen-DesignerInnen entwerfen und gestalten Multimedia-Produkte, gleich, ob es sich um CD-Roms, Web-Sites, Datenbanken oder digitalisierte Filme handelt. Wie für Grafik-DesignerInnen sind die Grundelemente ihrer Arbeit Farbe, Form, Zeichen und Layout. Im Unterschied zu jenen arbeiten MM-DesignerInnen aber ausschließlich am Bildschirm und erstellen eine Veröffentlichung am Monitor. Die Arbeit mit Ton-, Film- und Videosequenzen gehört genauso zum Umfang dieses Berufes oder Tätigkeitsbereiches wie die Erarbeitung einer Corporate Identity. Dabei ist es gleich, ob es sich um ein Schreibprogramm, um Eingabemasken für eine Datenbank, die Anzeige eines Geldausgabeautomaten oder um die Oberflächen von Katalogen, Lexikas, Spielen oder Imagebroschüren handelt. Durch die Bildschirmgestaltung des Multimedia-Designers / der Multimedia-DesignerIn wird Einfachheit, Ordnung und Übersichtlichkeit gewährleistet.

    Wie bei dem Tätigkeitsbereich "Web-DesignerIn" spielen auch hier Kompetenzen im Bereich von Grafik und Design eine zentrale Rolle (Farbwahl, Farbtiefe, Hintergründe, etc.). Noch mehr Wert wird auf Kenntnisse im Umgang mit EDV-Programmen gelegt. So zählen z.B. Ilustrator, Director, Tool-Book, Photo-Shop oder Freehand sowie Programme für den digitalen Filmschnitt zu den zentralen Arbeitsmitteln. Programmierkenntnisse haben einen wesentlichen, aber keinen zentralen Stellenwert. Dies wird insbesondere für jene Teamzusammensetzungen gelten, wo MM-DesignerInnen mit MM-ProgrammiererInnen zusammenarbeiten. Grundlegende Hardwarekenntnisse werden ebenfalls als wichtig eingeschätzt.

    MM-Design wird vor allem im Bereich der verarbeitenden Industrie, wie z.B. im Druck- und Verlagswesen, aber auch im Bereich der informationsbezogenen Dienstleistungen (Theater und Musik, freischaffende Kunst) und der Informations- und Kommunikationsdienste (Film, Fernsehen etc.) benötigt. Als förderliche Faktoren für diesen Unternehmensbereich werden der zunehmende Einsatz und Bedarf von Multimedia-Anwendungen in diversen Sektoren der Wirtschaft und der für junge Leute ansprechende Beruf, als hinderliche Faktoren die Unkenntnis vieler BetriebsinhaberInnen und GeschäftsführerInnen über die Multimedia-Entwicklung gesehen.

    Ein weiteres Tätigkeitsfeld im Multimedia-Bereich ist die Multimedia-Programmierung, wo Software für MM-Produkte entwickelt wird. Im Vordergrund steht hierbei weniger der grafische Bereich (obwohl dieser naturgemäß auch einen wesentlichen Stellenwert haben muß), sondern die Programmierung von Applikationen mit grafisch-interaktiven Besonderheiten für Film und Fernsehen, CD-Rom-Applikationen und Web-Sites.

    Für den größten Teil der Applikationen werden Anwenderprogramme allein aus Geschwindigkeitsgründen nicht mehr ausreichen. Daher muß auf Programmiersprachen, wie C/ C++, HTML oder Java zurückgegriffen werden und eine solide Kenntnis der Betriebssyssteme (Windows, Unix, MacIntosh) vorliegen. Es handelt sich bei dem/der MM-ProgrammiererIn daher um eine hochspezialisierte Tätigkeit, die Programmierkenntnisse mit Design- und Grafik-Know-how sowie mit soliden Hardwarekenntnissen verbindet. Weiters wird ein psychologisches und dramaturgisches Verständnis Voraussetzung für eine erfolgreiche Tätigkeit sein. Durch diese Kompetenzen ist der/die MM-ProgrammiererIn von den "klassischen" ProgrammiererInnen abzugrenzen.

    In diesem Abschnitt wurden bereits einige Multimedia-Unternehmensfelder aufgelistet, die bei Produktionen entsprechend koordiniert werden müssen. Hierfür hat sich der Tätigkeitsbereich des Multimedia-Managements herausgebildet. Multi-Media-ManagerInnen sind verantwortlich für die Aquisition, das Budget und die Koordination einer Multimedia-Produktion. Zielgruppen werden entworfen, technische Machbarkeit und Aufwand werden aufeinander abgestimmt. In größeren Betrieben wird die Konzeption an sog. Multi-Media-KonzeptionerInnen abgegeben. In diesem Fall übernehmen MM-ManagerInnen stärker die Koordination der Produktion.

    Das fachliche Wissen ist bei diesem Beruf oder Tätigkeitsfeld breit gestreut. So werden die Bereiche Telekommunikation, Informatik und Medien zusammengeführt. Entsprechend der breiten Ausrichtung des Profiles nehmen Grafik- und Designkenntnisse nicht mehr den wichtigsten Stellenwert ein, ebenfalls verlieren Programmier- und Hardwarekenntnisse gegenüber dem/der MM-DesignerIn und dem/der MM-ProgrammiererIn an Gewicht. Dagegen wird dem kaufmännischen Wissen ein größeres Gewicht zugeschrieben. An vorderer Stelle stehen Projektmanagement und Konzeption sowie Produktionsplanung.

    Ebenfalls zum MM-Produktionsteam sind die MM-AutorInnen zu zählen. Sie entwickeln Drehbücher für multimediale Produkte, wie CD-Roms und interaktive Programme und gehen auf die Qualitäten dieses Mediums ein, indem sie eine Erzählstruktur schaffen, die auf verschiedenen Ebenen vernetzt ist und Handlungsalternativen eröffnet. Neben Text und Grafik werden Sound, Bilder, Animationen und Filme entworfen. Im Zentrum steht zum einen die Vermittlung zwischen Inhalt und Technik, zum anderen zwischen Konzept und Umsetzung. Ein möglicher Schwerpunkt des Berufs- oder Tätigkeitsprofiles ist die Entwicklung von Lernprogrammen auf multimedialer Basis. Auf diesem Weg wird eine Unterstützung von individueller oder gruppenbezogener Weiterbildung und/oder sonstigen Bildungs- und Ausbildungsprozessen erzielt.

    Neben Kenntnissen über die lerntheoretischen und didaktischen Grundlagen interaktiver Multimedia-Systeme (Stichwort: Neue Lernformen durch Tele-, Multi-, und Hypermedien) ist ein Einblick in die grundlegenden Techniken Text, Grafik, Bild, Ton, Video und 3D-Animation notwendig. Weiters werden gute Kenntnisse im Umgang mit Anwenderprogrammen im Bereich von Grafik und DTP, sowie verschiedener Autoren- und Multimedia-Programmiertools einen zentralen Stellenwert einnehmen. Design- und Grafik-Know-how sind ebenfalls wesentlich. Demgegenüber sind Hardware-Kenntnisse und Programmierkenntnisse weniger relevant.

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  • 7.2.2 IuK-Systeme/Beratung
  • Der Anteil von TelearbeiterInnen nimmt langsam aber beständig zu. Untersuchungen zeigen, daß viele der im Rahmen dieser Arbeitsformen tätigen Personen eine Schnittstelle zum Unternehmen benötigen. Deshalb - so der Gedanke - betreut der/die Telearbeits-DisponentIn die TelearbeiterInnen. Diese werden erstmals eingeschult, Aufgaben werden verteilt sowie erledigte Arbeiten entgegengenommen und an die AnsprechpartnerInnen im Unternehmen weitergeleitet. Hierzu kommt die psychologische Betreuung und diverse Management-Aufgaben. Durch den Einsatz einer/eines Telearbeits-DisponentIn soll unter anderem eine Möglichkeit bereitstehen, um die negativen Effekte der Telearbeit (soziale Isolation, hohe Anforderungen an die Selbstorganisation) minimieren zu können. Telearbeits-DisponentInnen werden ihre Tätigkeit sowohl im Unternehmen, als auch an der Arbeitsstätte der TelearbeiterInnen zu Zwecken der Einschulung und für Servicearbeiten und an einem eigenen Telearbeitsplatz ausüben.

    Telearbeits-DisponentInnen müssen über organisatorische Fähigkeiten, technische Kenntnisse und Kenntnisse über den Umgang mit EDV-Programmen verfügen. Weiters müssen fundierte Kenntnisse zum Arbeitsrecht vorliegen. Psychologische Hilfestellung muß bei Bedarf geleistet werden können.

    Ein weiteres Unternehmensfeld im IuK-Bereich ist die Kommunikationsberatung. Die Installation oder Neueinführung von Systemen und Anwendungen in der IT-Branche überfordert häufig das Personal in den Unternehmen. Einerseits sind die nötigen personellen Ressourcen gebunden, andererseits fehlt das Know-how oder es bedarf zeitintensiver Recherchen und Schulungen, um die notwendigen Tätigkeiten durchführen zu können. Besonders mittelständische Unternehmen können weder auf eine eigene, mit nachrichtentechnischem Wissen ausgestattete EDV-Abteilung noch auf NetzwerkspezialistInnen zugreifen. Daher werden die Leistungen von externen und in der Regel selbständig tätigen KommunikationsberaterInnen genützt, um kostengünstig und schnell die Infrastruktur herstellen zu können, die zur Kommunikation mit Lieferanten, Absatzfirmen, staatlichen Institutionen, KundInnen sowie nicht zuletzt zur internen Kommunikation dienen soll. Von Telefonsystemen, Faxgeräten über Intranet und LAN-Systemen bis Internet-Applikationen, ISDN-Anbindungen etc. reicht die Auswahl. An die Beratungsleistung kann noch eine Einschulung in die Arbeit mit den neuen oder erweiterten Kommunikationssystemen angeschlossen werden.

    Bei dem Berufsbild der/des KommunikationsberaterIn handelt es sich um ein hoch qualifiziertes Tätigkeitsprofil. Die Kenntnisse im Umgang mit EDV-Programmen haben den relativ höchsten Stellenwert gefolgt von kaufmännischem Wissen, Allgemeinwissen und Hardware-Kenntnissen, beispielsweise über Telekommunikationssysteme, Breitbandkommunikation, Computerarchitektur und Netzwerke.

    Die Nachfrage nach dem/der KommunikationsberaterIn betrifft jeden Marktbereich mit Kommunikationsbedarf und wird durch den rasch steigenden Bedarf an IuK-Systemen untermauert. Dennoch ist nach Angabe der ExpertInnen mit einem eher langsamen Wachstum dieses Berufs- oder Tätigkeitsfeldes zu rechnen. Als hinderliche Faktoren werden nicht zuletzt die hohen Kosten der Breitbandkommunikation angeführt.

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  • 7.2.3 IuK-Systeme/Technik
  • Im technischen Bereich der IuK-Systeme ist vor allem das Tätigkeitsfeld der NetzwerkspezialistInnen hervorzuheben. Sie weisen ein hochspezialisiertes Berufsprofil mit hoher Qualifikation und hohem Einkommen auf. Sie designen, überwachen und warten Informations- und Kommunikationsnetze aus mehreren miteinander verbundenen Computern oder Peripherie-Geräten. Je nach den Anforderungen (Online-Datenbanken, Multimedia, Video, Datenkompression) und der Reichweite des Netzwerkes (LAN-Netzwerke, Corporate Networks, WAN-Netzwerke) werden die Übertragungsleistung des Netzes und Netztechnologie (Ethernet, ISDN etc.) entworfen. Weiters kümmern sich die NetzwerkspezialistInnen um die Pflege der Software, im besonderen um Zugriffsrechte, Ausfall- und Einbruchsicherheit (Firewalls).

    Zu den primären Fachqualifikationen zählen Kenntnisse in Grundlagen der Elektrotechnik, Elektronik, Telekommunikation, Netzwerk- und Übertragungstechnik. Weiters sind auch noch Programmierkenntnisse, Hardwarekenntnisse und Kenntnisse mit Anwenderprogrammen gefragt.

    Netzwerk-SpezialistInnen sind in praktisch allen Marktbereichen zu finden. Als förderlich für die Entwicklung dieses Berufes oder Tätigkeitsbereiches wird die fortschreitende Vernetzung angegeben sowie die Verbilligung der Infrastruktur und der Telekommunikationsgebühren. Orientiert sich das Tätigkeitsbild derzeit noch stark an einer unselbständigen Anstellung in einem Großbetrieb, wird es hier vor allem im selbständigen Bereich zu einer Ausweitung kommen. Netzwerke werden in Zukunft auch in mittleren und kleinen Unternehmen verstärkt zur Anwendung kommen, wobei hier die Schaffung eines eigenen Arbeitsplatzes nicht möglich sein wird, sondern in der Regel auf externe Dienstleistungen von NetzwerkspezialistInnen zurückgegriffen wird, die dementsprechende Kompetenzen im kaufmännischen Bereich oder etwa im Bereich der Präsentationskompetenz aufweisen werden müssen.

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  • 7.2.4 Informationsvermittlung
  • Die Bewältigung der wachsenden Informationsflut und die immer kürzer werdenden Reaktionszeiten begründen die Notwendigkeit, Informationen gezielt und schnell zu recherchieren, denn derzeit existieren fast schon 10.000 kommerziell betriebene Online-Datenbanken und noch einmal 9.000 CD-Rom-Datenbanken.

    Der/die InformationsagentIn verkauft als DienstleisterIn die Ergebnisse von Recherchen in Literaturdatenbanken, wissenschaftlichen Datenbanken, Gesetzesdatenbanken etc. oder recherchiert im Internet oder in Printmedien bzw. elektronischen Publikationen. Weiters können auch Personen (ExpertInnen, MarktforscherInnen) als Quellen dienen. Sodann werden die Ergebnisse gut lesbar aufbereitet. Dazu werden sie selektiert und reduziert, Zahlen, Daten und Texte werden statistisch und inhaltlich analysiert. Teilweise werden auch Studien zugekauft, eine eigene Forschung - etwa eine Marktforschung - könnte aufgebaut werden. Weiters könnte mit eigenen Datenbanken gehandelt werden und eigene elektronische Informationsdienste betrieben werden.

    Die Qualifikation wird für diesen Beruf oder Tätigkeitsbereich als überdurchschnittlich hoch angegeben. Kenntnisse im Umgang mit EDV-Programmen müssen im Detail vorhanden sein. So müssen Suchsprachen, Datenbank- und Kalkulationsprogramme beherrscht werden, Grundkenntnisse zu Netzwerken, E-mail und Betriebssystemen müssen vorhanden sein. Einen weiteren zentralen Stellenwert nimmt das Allgemeinwissen ein, um Rechercheergebnisse kundengerecht aufbereiten zu können, ebenso PR- und Design-Know-how, um eine überzeugende optische/grafische Darstellung liefern zu können.

    Die wachsende Informationsflut läßt nicht nur den Bedarf an Personen steigen, die je nach Aufgabenstellung relevante Informationen selektieren. Auf der anderen Seite müssen die Informationen auch entsprechend aufbereitet zur Verfügung gestellt werden. Hierfür hat sich das Tätigkeitsfeld der Online-RedakteurInnen herausgebildet. Sie setzen Informationen aus unterschiedlichen Quellen so um, daß sie multimedial in Datenbanken und im Internet oder über Online-Dienste abrufbar sind. Neben dem Gestalten und Publizieren von Texten werden Bilder, Grafiken und Animationen aufbereitet bzw. erstellt. Die Elemente werden dramaturgisch aufbereitet und nutzerfreundlich auf die Bildschirmdarstellung zugeschnitten. Die Inhalte anderer Medien, wie Tageszeitungen, Rundfunk oder Fernsehen werden elektronisch verfügbar gemacht und in Textdatenbanken verwaltet. Weiters werden Leserbriefe via E-mail bearbeitet und Diskussionen im Internet moderiert.

    Online-RedakteurInnen wird von den befragten ExpertInnen eine hohe Qualifikation zugeschrieben, die sich in überdurchschnittlichen Einkommensverhältnissen niederschlägt. Neben fundierten journalistischen Grundkenntnissen und einem gewissen Schreibtalent muß ein Gefühl für die Verbindung von Sprache, Ton, Bild und Animation gegeben sein. An das Allgemeinwissen werden naturgemäß hohe Anforderungen gestellt. Der Umgang mit Anwenderprogrammen darf keine Schwierigkeit darstellten, Programmier- und Hardwarekenntnisse haben dagegen nur einen untergeordneten Stellenwert.

    Derzeit sind die gängigen Angebote im Bereich von Online-Medien hauptsächlich Online-Versionen von anderen Medien, meist Printmedien. Sollte es gelingen, eigenständige Produkte zu entwickeln, so könnte ein eigener Marktbereich vorrangig im Sektor der informationsbezogenen Dienstleistungen und der Informations- und Kommunikationsdienste entstehen. Nach Meinung der Befragen sind durchaus längerfristige Perspektiven vorhanden, die sich in den nächsten Jahren kontinuierlich entwickeln werden.

    Neben den Online-RedakteurInnen und den InformationsagentInnen dürfte sich im Informationsvermittlungssektor vor allem das Berufs- bzw. Unternehmensbild des/der Job-BrokrIn herausbilden. Neue Formen der Arbeit und Beschäftigung, wie sie zum Beispiel in Telehäusern zu finden sind, lieferten den Rahmen für die Idee des Job-Brokers / der Job-Brokerin. Im Zentrum dieses Berufes bzw. Tätigkeitsbereiches steht die Verteilung und Organisation von Arbeitsaufgaben. Im Unterschied zur Leiharbeitsfirma allerdings hat der Job-Broker / die Job-Brokerin selbständige KundInnen, deren Tätigkeitsprofile ihm/ihr genau bekannt sind. Die KundInnen werden zu virtuellen Teams zusammengeschlossen, wobei jedem Mitglied der Arbeitsgruppe ein selbständiger Verantwortungsbereich zugewiesen wird. Die Arbeitsfortschritte werden evaluiert, die Kommunikation im Team wird gelenkt und angeregt.

    An vorderster Stelle unter den Fach- und Methodenkompetenzen dieses hochqualifizierten Berufes oder Tätigkeitsbereiches mit Management-Fähigkeiten stehen Allgemeinwissen, kaufmännisches Wissen und Kenntnisse im Umgang mit EDV-Programmen, um Kommunikationsnetzwerke aufbauen und warten zu können oder ein workflow-design erarbeiten zu können. Programmierkenntnissen kommt dagegen nur eine untergeordnete Bedeutung zu.

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  • 7.3 Fachübergreifende Qualifikationsanforderungen
  • Im vorangehenden Abschnitt wurden die einzelnen Unternehmensprofile und die dafür notwendigen Fachqualifikationen näher diskutiert. Neben den Fachqualifikationen gibt es jedoch eine Reihe von Methoden- und Sozialkompetenzen, die für eine effektive Arbeit unabdingbar sind. Bei den Methodenkompetenzen steht die Fähigkeit, Fachwissen optimal einzusetzen, zu adaptieren und weiterentwickeln zu können im Vordergrund, während Sozialkompetenzen interaktive Bestandteile aufweisen. Untere Tabelle visualisiert die für die einzelnen Unternehmensfelder notwendigen Methoden- und Sozialkompetenzen:

    Tabelle 14: Übersicht über die methodischen und sozialen Kompetenzen

    Quelle: L&R-ExpertInnenbefragung

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  • 7.4 Resümée
  • Der stark expandierende IuK-Sektor bietet eine Fülle von möglichen Unternehmensfeldern. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, daß nur wenige Bereiche positive Entwicklungsdynamiken zeigen. Hervorzuheben ist sicherlich die Urheberrechtsindustrie und hier speziell die der Content-Provider (Industrie für Informationsinhalte). Die möglichen Einsatzbereiche sind vor allem in den Clustern "Multimedia", "Beratung", "Technik" und "Informationsvermittlung" zu sehen. Jeder dieser Bereich weist sehr unterschiedliche Fachkompetenzen aus, die von Elektronik- und Programmierkenntnissen, bis hin zur künstlerischen Gestaltung reichen. Auch die geforderten Sozial- und Methodenkompetenzen unterscheiden sich stark nach dem jeweiligen Einsatzgebiet.

    Von den befragten ExpertInnen wird durchwegs die Ansicht vertreten, daß es sich bei der gegenwärtigen expansiven Entwicklung nicht um eine kurzfristige Modeerscheinung handelt, sondern daß die Berufsaussichten in diesen Gebieten jedenfalls nachhaltig positiv sind.

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  • 8. Literatur
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    Wiener Krankenanstaltenverbund: New Quality, Zeitschrift zum Qualitätsmanagement. Nr. 6, Oktober 1998.

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    Erstellt von:  Außeninstitut der TU-Wien