DER STANDARD, 08. Mai 1999  


Die eigene Zukunft selbstgemacht

"uniun" fördert die andere Karriere nach der Universität

Nach dem Studium gehen die meisten Absolventen auf Jobsuche, nur ein Sechstel der österreichischen Studenten wagt den Schritt in die Selbständigkeit - wesentlich weniger als im EU-Durchschnitt. Das Projekt "uniun" ("UNIversitätsabsolventInnen gründen UNternehmen") soll dem Abhilfe schaffen, indem Absolventen für die Gründung einer eigenen Firma qualifiziert werden.

Die beteiligten Partner, unter anderem das Außeninstitut der TU Wien, das Business Frauen Center und der Club der Universität Wien, haben das Projekt bei der EU eingereicht und werden von der Europäischen Kommission maßgeblich mitfinanziert.

"Uns geht es vor allem darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben", meint Claudia Thalheimer-Koch vom Business Frauen Center, "die Absolventen sind fachlich gut ausgebildet, haben aber oft Schwächen im wirtschaftlichen Bereich."


Praxiswissen

Vortragende aus der Praxis sollen diesen Mangel beheben, das Programm besteht sowohl aus fachlichen, wie auch aus persönlichkeitsbildenden Seminaren.

Der Andrang an Interessenten ist groß: "Wir waren überrascht, welches Potential bei den 160 Bewerbern vorhanden war", so Thalheimer-Koch, "wir haben das Programm spontan ausgeweitet und die Workshops aufgeteilt, damit jeder zum Zug kommt." Manchen potentiellen Jungunternehmern fehle aber die realistische Einschätzung, was Selbständigkeit bedeutet, meint die Start-up-Beraterin: "Viele, die von einer eigenen Firma sprechen, meinen eher Projektarbeit, sie wissen oft nicht, was es bedeutet, ein Unternehmen zu führen."


Schwerpunkt Frauen

Ein Schwerpunkt des Programms, das im Februar startete, ist die Förderung von Frauen auf dem Weg in die Selbständigkeit. 70 Prozent Teilnehmerinnen sind für Thalheimer-Koch ein erfreulich hoher Anteil, es zeigt sich jedoch, daß Frauen spezifische Probleme bei der Gründung haben: "Frauen tun sich viel schwerer, Geld für ihre Arbeit zu verlangen." (kreuz)

Weitere Informationen
http://uniun.tuwien.ac.at


DER STANDARD, 8./9. Mai 1999