DER STANDARD, 21. Jänner 1999  


Der Sprung ins Unternehmertum ist kein Honiglecken

UNI-UN fördert Studenten-Gründungen

Wien - Seit der öffentliche Dienst nur noch wenige Akademiker aufnimmt und auch vielen Großkonzerne Mitarbeiter abbauen, entdecken immer mehr Studenten und Uni-Absolventen den Reiz des Jungunternehmertums. Auf einer Veranstaltung von UNI-UN, einem EU-gesponserten Projekt zur Förderung vom Unternehmensgründungen, versprach Staatssekretär Wolfgang Ruttenstorfer Dienstag abend einen leichteren Zugang zu freien Berufen und weniger bürokratische Hürden auf dem Weg in die Selbständigkeit. Vorgeschriebene Praxiszeiten, Einschränkungen bei der Wahl der Rechtsform und Werbeverbote sollen bei Anwälten, Notaren und Treuhändern gelockert werden, sagte Ruttenstorfer.

Bei einer Podiumsdiskussion berichteten Jungunternehmer wie die ORF-Journalistin Edith Bachkönig, die eine eigene Filmfirma gegründet hat, oder Erich Pfaffelmeyer von der High-Tech-Firma Frequentis, von ihren Erfolgserlebnissen und Schwierigkeiten mit der Bürokratie, während Vertreter der Wirtschaft Universitäten ebenso wie Absolventen eine stärkere Bereitschaft zur Selbständigkeit aufriefen. Ein Honiglecken sei der Weg zum Unternehmer aber nicht. Die schwierigste Phase sei nicht die Gründung, sondern das rasche Wachstum nach den ersten paar Jahren, sagte der frühere Top-Manager Klaus Woltron, der seit einigen Jahren selbständig ist. "Der Unternehmensgründer muß zum Konsumverzicht bereit sein", sagte Bank-Austria-Vorstand Franz Zwickl. (ef)


DER STANDARD, 21. Jänner 1999