1. "UNIUN - Eine Herausforderung"

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"Gründungsoffensive im Mittelpunkt politischer Aussagen"

Kaum ein Auftritt einer Politikerin/eines Politikers, kaum eine Sonntagsrede und nur wenige Veröffentlichungen der letzten Jahre kommen ohne den Verweis aus, wie wichtig eine Gründungsoffensive wäre und wie beklagenswert die herrschende Situation sei.

Und es verwundert tatsächlich, dass Österreich, dessen Wirtschaft sich großteils in kleineren und mittleren Unternehmen organisiert, eine deutlich unter dem Durchschnitt liegende Selbständigenquote (1995: 12,0% gegenüber 14,9% in der EU) und eine sehr niedrige Gründungsquote (2,9 je 1000 EinwohnerInnen) aufweist. Im Vergleich dazu hat etwa Deutschland 6.2 und Italien 4.8 Gründungen je 1000 EinwohnerInnen.

Vor allem die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt mit dem dramatischen Anstieg an Arbeitslosen und die zunehmende Flexibilisierung in der Arbeitswelt, konnotiert mit Schlagworten wie "Globalisierung", "Dezentralisierung" und "Outsourcing", führen bei PolitikerInnen aller Couleurs zu der Einsicht, dass Handlungsbedarf bestehe, wenn auch gleich mit dem Zusatz vermerkt, der politische Handlungsspielraum werde immer stärker eingeschränkt. Offensichtlichen Ausdruck dieser Willenserklärungen bildet der Umstand, dass sich nahezu jedes arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Programm mit einer Aktionslinie zum Gründungsbereich schmückt.

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"JungunternehmerInnenförderung bedarf einer zielgruppengerechten Ausrichtung"

Richtig eingesetzt, sprich: an den Bedürfnissen der Zielgruppen orientiert und implementiert, können solche Programme das innovative Potential unterstützen und die JungunternehmerInnen in spe bei ihrem Schritt in die Selbständigkeit begleiten.

Die PartnerInnen von UNIUN (L&R Sozialforschung, Business-Frauen-Center, INTERCOM, Außeninstitut der Technischen Universität Wien und Club der Universität Wien) hoffen in diesem Sinn für eine bestmögliche Umsetzung der Ideen gesorgt zu haben.

Dabei gilt es zu betonen, dass die Förderung von JungunternehmerInnen im Hochschulumfeld kein leichtes Unterfangen darstellt: Die ehrwürdigen Universitäten verstehen sich großteils noch immer eher als Reproduzenten der BeamtInnenschaft denn als pulsierender Innovationspool. Gepaart mit allen Vor- und Nachteilen einer Großinstitution, deren Manövriermasse oft nur kleine Kurskorrekturen zulässt, erzeugt dies Rahmenbedingungen, die sich für die Schaffung von Wärme, Vertrautheit und Geborgenheit als unabdingbare Garanten effektiven Lernens und der Umsetzung großer Ideen kontraproduktiv erweisen.

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"Reformwille der Universitäten wirkt sich positiv aus"

Dennoch sei nicht geleugnet, dass in den vergangenen Jahren an Österreichs Universitäten einschneidende Reformen vollzogen wurden. Nicht nur eine Fülle in Kraft getretener neuer Gesetze und Verordnungen rüttelt an den Grundfesten der Universitäten. Der bedeutendere Strukturwandel passiert an den Universitäten selbst: Zentrales Moment sind hier neue Formen des Selbstverständnisses der Universitäten und eine aktive, nach außen gerichtete Politik. Rektoren, die offensiv die Selbstverwaltung und die Vollrechtsfähigkeit der Universitäten fordern, oder Schnittstelleneinrichtungen wie der Club der Universität wären vor zehn Jahren nicht denkbar gewesen.

Auch UNIUN sei in diesem Zusammenhang als innovatives Beispiel genannt.

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"Großes Interesse an Unternehmensgründung"

Die Notwendigkeit solcher nach außen gerichteter Initiativen am Unternehmensgründungssektor zeigt nicht zuletzt die große Resonanz auf die erste, sehr kurzfristig angesetzte Informationsveranstaltung zum Projekt UNIUN. Innerhalb weniger Tage bekundeten mehr als 350 Personen ihr Interesse an einer Aufnahme in UNIUN - eine Zahl, die das noch kaum ausgeschöpfte kreative Potential an den Universitäten ebenso unterstreicht wie die Bedeutung fördernder Programme.

Besondere Erwähnung verdient die demographische Zusammensetzung der InteressentInnen, die sich zur Gänze mit den avisierten Zielgruppen deckt: Der Frauenanteil betrug 66 Prozent, vor allem AbsolventInnen geistes- und sozialwissenschaftlicher sowie technischer Studien bewarben sich.

Aus finanziellen Gründen konnten allerdings nur 100 Personen am UNIUN-Projekt partizipieren.

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"Praxisnahes Training ergänzt theoretische Expertise"

Die TeilnehmerInnen verfügten allesamt über ein außerordentlich fundiertes fachliches Wissen, das sie für eine Unternehmensgründung prädestiniert. Parallel dazu mangelte es allerdings an betriebswirtschaftlichem Know-how wie Kostenrechnung, Steuerrecht oder Förderungen ebenso wie an der Kenntnis spezifischer Techniken im Persönlichkeitsbereich, wie etwa Verkaufsgespräch, MitarbeiterInnenführung oder Konfliktlösung.

Somit lag nahe, die Qualifizierungselemente auf eben diese Bereiche hin auszurichten. Dabei ging es weniger um eine theoretische Abhandlung dieser für eine Unternehmensgründung relevanten Themen, sondern um praxisnahes Training, das an die Erfahrungen der TeilnehmerInnen anknüpfte.

Ergänzt wurde der Seminarbetrieb durch individuelles Einzelcoaching.

Das Ergebnis dieser sehr intensiven Zusammenarbeit von potentiellen GründerInnen und Gründungsförderern kann sich sehen lassen:
Zahlreiche TeilnehmerInnen haben ihre Ideen bereits in die Praxis umgesetzt bzw. arbeiten an der Verwirklichung ihres Businessplans.
Und auch bei jenen, die von einer Gründung zum jetzigen Zeitpunkt noch absehen, wirkte sich das Programm positiv auf Qualifikation und berufliche Orientierung aus.

Über die Qualität der neu geschaffenen Unternehmen legt nicht zuletzt der vorliegende Katalog hinreichend Zeugnis ab.
In diesem Sinn wünschen wir allen TeilnehmerInnen viel Erfolg mit ihren Unternehmen.

 

Mag. Lukas Mitterauer, L&R Sozialforschung

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